Treffen der Klimaretter!
Der Runabout-Report zur 62. Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt vom 13.-23. September 2007
Als Besuchstag hatte ich mir den Montag, 17. September ausgewählt, mit dem Hintergedanken an dem ersten Montag nach der Eröffnung würde die Messe nicht so stark besucht sein wie dies vor 2 Jahren der Fall war und ich könnte wieder ungestört und schnell alle Concept Cars sämtlicher Aussteller begehen und gute Fotos schiessen ohne großen Zeitverlust. Doch wie man weiter unten auf vielen Shots sehen kann, hatte ich mich gründlich geirrt. Die Messe war in einigen Hallen an bestimmten Engpunkten ab 12:00 Uhr wieder so stark besucht, dass man sehr oft nur im pinguinhaften Watschelgang an den einzelnen Ausstellungsstücken vorbeikam oder nur mit Müh und Not in eine gute Fotoabschusspositon gelangt, wie dies z. B. bei der Präsentation der imposanten Studie von DaimlerChrylsers F700 der Fall war. Doch dazu beizeiten mehr, fangen wir ganz von vorne an.
Aufgemacht habe ich mich an diesem Montagmorgen um 07:00 Uhr nach Frankfurt und nach etwa 150 km und fast 2 Stunden Fahrt kam ich dann auch endlich über die A5 Basel-Kassel-Autobahn angefahren. An der ersten Messeparkplatzausfahrt Frankfurt-West angekommen, wird man sogleich von Parkplatzordern der Messe und Einheiten der Verkehrspolizei in eine bestimmte Zone eingewiesen, in meinem Fall war es diesmal der Rebstock Parkplatz Block F. Mitten auf der grünen Wiese geparkt, machte ich mich dann auch schon mit den übrigen Ankömmlingen Richtung Stop 2 des kostenlosen Bus-Shuttle zum Ausstellungsgelände. Nach einer Weile kam dann auch der Bus und dichtgedrängt wird man direkt zum Haupteingang Galleria befördert. An den Kassen staute es sich schon, nachdem ich mir eine Tageseintrittskarte von 13,00 €uro besorgt habe, dazu den Messelageplan und das Magazin IAA Spot für einen weiteren €uro, führt mich der Weg über die Taschenkontrolle erstmal in die Galleria, von da aus schlug ich auch schon den direkten Weg in die Halle 8 ein. Mein Zeitplan war knapp, es gab viel zu sehen, also konnte mein Runabout sofort beginnen.
In dieser Halle waren diesmal die Aussteller der Marke General Motors und ihrer Flotte, Cadillac, Corvette, Chevrolet, Hummer, Opel, Saab positioniert. Dazu gesellten sich Peugeot, Citroen, Brilliance, Toyota mit seiner Luxusmarke Lexus, Subaru und das neue altdeutsche Sportwagenunternehmen Artega. Der grösste und interessanteste Stand der General Motors Labels war diesmal unverkennbar Chevrolets Stand D 14. So wird durch die Ausstellung der [1a] sportlichen Cabrio-Version des neuen Camaro-Konzepts mit dem Beinamen Convertible unser Fotoblog vervollständigt.
Gab es auf dem Genfer Auto-Salon nur den bedachten alufarbenenen Camaro zu sehen, überzeugt dieser knallorangene Sportflitzer mit den zwei Sicherheitsstreifen auf der Motorhaube vollends. Genau in den gleichen Farben wie auf ihrer comichaft animierten Performance-Website stand hier der ebenbürtige Bruder des Camaros und lächelte mit seiner verschmitzten Front die Messebesucher an. Doch das war nicht alles. Unweit davon standen wie Tick, Trick und Track in Reih und Glied die Minicar-Concepts von Chevrolet (Stimme hier ab und erfahre mehr darüber)
[b] der schwarz anmutende Groove,
[c] der orangene Trax
und [d] der knallgrüne Hingucker schlechthin namens Beat.
Doch wer dachte, das wars mit den Concept Cars von Chevrolet, der wurde 5 Meter weiter eines Besseren belehrt. Hier stand die Antwort auf alle unsere klimatischen Umweltprobleme der Zukunft, der [e] E-Flex Volt.
Dabei handelt es sich laut der Messedame im blau-weissen Midi-Anzug von GM um ein völlig neuartiges Hybridsystem. 2 unterschiedliche Aggregate, eine Lithium-Ionen-Batterie-Version die rein elektrisch mehr als 60 km gefahren werden kann (für den Stadtverkehr völlig ausreichend) kombiniert mit einem 1,0 l Dreizylinder Turbomotor, der bei konstanter Umdrehungsdrehzahl die Batterie nachlädt und eine Wasserstoff-Brennstoffzellen-Version. So wird dieses Fahrzeug zum ZEV - Zero Emission Vehicle, was natürlich unserer Umwelt zugute kommt. Die freundliche Dame verwies mich auch gleich an den Opel-Stand D 09 wenn ich noch ein ähnliches Antriebsmodell sehen wolle, das liess ich mir natürlich nicht zweimal sagen. Bei Opel angekommen offenbarte sich mir folgendes Bild:
[2] die Opel-Vision der zukünftigen umweltschonenden Fortbewegung ecoFLEX-Studie FLEXtreme. In dieses Modell würden ebenso GM-E-Flex-Aggregate des Chevrolet Volt eingebaut werden. Außerdem läutet dieses Modell auch die neue Designsprache von Opel ein, die schon anhand des GTC Concepts in Genf angeschnitten wurde. Ein modernes Hybridfahrzeug mit französischen Türensystemen, einer Glasdachscheibe und Kofferaumflügeltüren. Dazu verbergen sich unter dem Kofferaum zwei einzelne Zweirad-Roller, die die Fortbewegung im Stadbereich vereinfachen sollen. Mich hats überzeugt, doch auch diese Zukunftsstudie wird wohl einige Jahrzehnte nur eine Vision bleiben.
[3] Weiter führte mich mein Runabout zum wie immer sehr luxuriösen Lexus-Stand C 11. Hier wurde ein völlig versilbertes Showcar des in Serie gegangenen Hybrid-Luxusliners LS 600h beeindruckend in Szene gesetzt, spielt aber in meinem Concept Car-Univesum keine grosse Rolle, da es sehr bald ab ca. 99 850 €uro zu haben sein wird.
Dennoch sind die Werte dieses Fahrzeugs beeindruckend: ein 5,0-Liter-V8 Hybridsystem entwickelt 445 PS bei einer abgeriegelten Maximalgeschwindigkeit von 250 km/h zu gerade mal 9,3 l/100 km Verbrauch und einem CO2-Ausstoß von 219 g/km. Für eine Luxuslimousine, die eigentlich regelrechte Klimavernichter sind, ist das schon mal ein guter Schritt, wird aber leider nicht ausreichen. Unsere Umwelt braucht noch emissionsfreiere Antriebe um auf ein Normallevel runterzukommen. Da könnte das vielbeachtete und von der Fachpresse hochgelobte Konzept des Mutterkonzern Toyota schon viel mehr ausrichten. Die Rede ist vom [4] iQ-Concept, einem kleinen stylischen Stadtfloh mit ungewöhnlich gutem Design.
Auf dem Stand D 15 zeigte Toyota denn auch alles was sie auf dem Gebiet des Hybrids zu bieten haben um ihre Vorreiterrolle auf diesem Terrain zu bestätigen. Neben der Plug-in-Erweiterung des Prius, die eine völlig elektrische Fahrt ohne Einsatz des Verbrennungsmotors ermöglichen soll, ist die weisse Naschkugel ein echter Hingucker gewesen. Klein muss nicht abwertend sein, will uns das iQ Concept sagen, vor allem ist es erstaunlich, dass dieses Fahrzeug trotzdem ein 3+1 Sitzer ist und zu geringen Emissionswerten verkehrsreiche Ballungszentren entlasten könnte.
Ein weiteres angekündigtes Highlight der Messe war die Vorstellung des [5a] 308 RCZ von Peugeot auf seinem Stand D 19.
Hierbei handelt es sich um ein 2+2-sitziges Coupé auch wenn man es auf den ersten Blick nicht vermutet durch die stark abfallende C-Säule. Das ganze bewegt ein 1,6-l-THP-Motor, der in Kooperation mit BMW entwickelt und mit einem neuartigen 6-Gang-Schaltgetriebe gekoppelt wurde. Die sich entfaltenden 216 PS werden diese anmutige Studie flott voranbringen. Was wir noch bei Peugeot sehen konnte war das Gewinnermodell des 4. Designwettbewerbs mit dem fantastischen Namen [b] Flux.
Wer mehr über dieses Gefährt, seinen Schöpfer und überhaupt über die Designwettbewerbe von Peugeot erfahren möchte, der bekommt auf Peugeot Design einen wunderbaren Einblick in eine Unzahl an faszinierenden Entwürfen, Sklzzen und Zeichnungen, sowie Modellen.
Einen kleinen Einschnitt durch die Welt der Klimaretter macht der Stand E 09 vom neuen deutschen Sportwagenbauer Artega. Hier wurde uns der seriennahe Prototyp des [6] GT gezeigt.
Der aus kohlefaserverstärkten Verbundwerkstoff gebaute Flitzer wiegt grade mal 1100 kg und soll mit seinen 3597 ccm V6-Direkteinspritzer die 100 km/h-Grenze in unter 5 Sekunden schaffen. Preislich wird sich das ganze so etwa um die 74.000 €uro für das Basismodell drehen.
Abschliessend zu meinem Rundgang in Halle 8 gesellt sich dann wieder zu unseren “Klimautos” der französische Hersteller Citroen auf dem Stand B 17 mit den Modellen [7a] C5 Airscape und [7b] C-Cactus.
Wie könnte man es anders erwarten, ist auch dieses Auto “umweltfreundlich” auch wenn er unter seiner Haube einen 2,7-Liter V6-HDi-Motor mit Partikelfilter verbirgt, der anscheinend wahlweise auch mit Biodiesel betankt werden kann. Dadurch verringern sich die CO2-Emissionen bei gleichbleibender Leistungserwartung und sportlicher Fahrdynamik, so dass dieses Cabrio Coupé als ein Teil der neuen Marktoffensive von Citroen unter dem Motto Airdream anzusehen ist. Das zweite Concept Car ist der lustig aussehende C-Cactus.
Die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand mit diesem Auto auf der Strasse blicken lässt, ist ziemlich gering, sollte es in einer ähnlichen Form in Serie gehen, abgesehen mal von der Damenwelt unseres Planeten, die auch den Konsum des unmöglich aussehenden Ford Ka zum Verkaufsschlager machte. Was aber ziemlich beeindruckend ist, sind die “inneren Werte”. Für einen möglichen 5-Sitzer wiegt er gerade mal 1306 kg und soll gerade mal 3,4 l auf 100 km bei einem CO2-Ausstoss von erträglichen 78 g/km verbrauchen. Ungewöhnliche Wertstoffe wie Kork und recyceltes Leder würden ihn von der produktionstechnischen Seite her gesehen ebenso zu einem umweltverträglichen Serienfahrzeug machen. Und das alles zu einem geringen Verkaufspreis und ohne Komforteinbussen! Ob das möglich ist? davon wird uns Citroen in naher Zukunft erst überzeugen müssen.
Als ich mein Fotoshooting in Halle 8 beendet habe, begab ich mich auf dem kürzesten Weg direkt in die anliegende Halle 6. Hier präsentierten Hyundai, Fiat, Lancia, Alfa Romeo, Ferrari und Maserati ihre neuesten und kommenden Erzeugnisse. Für uns als CC-Blogger ist natürlich Hyundai der sofortige Anlaufpunkt. Und wie nicht anders zu erwarten, hatte Hyundai (Stand A 01) auch dieses Mal was neues aus Korea mitgebracht. Gleich zwei Konzepte wurden vorgestellt: [10a] Veloster und [10b] i-Blue.
Gleich auf den ersten Blick erkennt man eigentlich das typische Hyundai-Design. Immer ein bisschen schräg, zwar symmetrisch aber doch irgendwie eigenwillig und störisch. Der Veloster (namentlich die Symbiose aus Velocity = Geschwindigkeit und Roadster ergibt doch tatsächlich Veloster) ist eine 2+2-sitzige Sportcoupé-Studie. Ausgestattet mit einem durchgehenden Panoramadach und einem 2,0-Liter Benzinmotor soll dieser sportliche Roadster freiheitliche Cruisergefühle im Fahrer wecken. Gleich ihm gegenüber stand dann auch der blau-schimmernde Future-Van i-Blue.
Vor zwei Jahren ebenso hier in Frankfurt präsentierte Hyundai damals die Europapremiere eines Concept-Vans namens Portico. Doch große Begeisterungswellen erzeugte das Fahrzeug damals nicht, umso mehr sah man an diesem großkalibrigen Modell, dass Hyundai bereit ist verfehlte Konzepte zu überarbeiten und zu überdenken. Dieses 4,85 m lange und 1,60 m hohe Brennstoffzellen-Fahrzeug ermöglicht 2+2 Insassen komfortables Reisen und großes Raumgefühl und mit seinem 115 Liter fassenden Wasserstofftank soll der Reisende 600 km weit kommen ohne die nächste H2O-Pumpe ansteuern zu müssen. Leider macht es die Hyundai-Messeleitung einem Bewunderer hier nicht gerade leicht gute Fotos schiessen zu können: beim Veloster wurde ein Quiz abgehalten, an beiden Fahrzeugen standen unaufhörlich zwar 2 hübsche Damen, doch ein Stand-alone-Schnappschuss liessen sie leider nicht zu. Trotz erhöhter Drehplattformen, wurden noch blaue Abstandshaltebänder und Don’t touch-Schilder benutzt um ja jeden Messebesucher fernzuhalten. Alles zusammen war hier die fotografische Ausbeute ziemlich dürftig. Weniger wäre hier mehr gewesen, ein Concept Car, das dann aber richtig in einem aufwendigeren Set präsentiert hätte werden können.
Dass man(n) es auch besser machen kann, zeigte unweit von Hyundai der italienische Konzern Fiat auf seinem Stand. Auch Fiat möchte sich nicht die Ökos von morgen wegschnappen lassen, also brachten sie ihren [9] Panda Aria Co2ncept Car mit.
Ein blumiges verglastes Drehpodest liess den umweltbewussten Fahrer von morgen erahnen, dass dieses Klimauto mit seinen 69 g/km einen absoluten Rekordwert erreicht. Die Sitzbezüge sind aus umweltverträglichen Materialien hergestellt wie Leinen, Baumwolle und Kokos, die Aussenhaut aus biologisch abbaubaren Ökoharz. Als Antriebsaggregat würde hier ein neuartiger 2-Zylinder-Turbomotor der SGE-Bauhreihe mit Multiairsystem und einer Kraftstoffversorgung mit Benzin und Erdgas herhalten. Der Winzling hat einen Hubraum von 900 ccm, bringt im Benzinbetrieb dennoch stattliche 105 PS. Das elektronisch gesteuerte Ventil der Hochdruckkammer zwischen Nocke und Einlassventil steuert die optimale benötigte Luftmasse für die Zufuhr im Verbrennungsprozess des Multiairsystem-Motors und erreicht dadurch ein verbessertes Leistungs-und Emissionverhalten. Endlich ein Turbo, der die Luft geringer belastet als das bisher der Fall war. Die 20 %-ige Gewichtsreduzierung trägt genauso zum geringen Verbrauch bei, wie auch das Blue&Me-Telematiksystem, das den Fahrstil aufzeichnet. Diesen kann man dan über einen USB-Port abrufen und in den Home-PC übertragen anhand dessen man die Verbrauchs-und Emissionswerte jeder einzelnen Fahrt überprüfen kann.
Das beeindruckenste Set auf der ganzen Messe war dieser überdimensionierte Fiat 500. Viele Messebesucher liessen sich davor fotografieren, so dass ständig ein ziemliches Gedränge vor der Front des großen 500 zu beobachten war.
Der Rundgang in Halle 6 war für mich mit diesem Foto beendet und es ging schon so langsam auf 12:00 Uhr zu, wenn ich den Rest der Messe noch sehen wollte, musste ich richtig Gas geben. Das brachte mich auch gleich in die angrenzende Halle 5. Hier kampierten Mini, Alpina, Porsche, Mitsubishi, Rolls-Royce und Honda. Am meisten erwartete ich bei Mitsubishi und Honda an Concept Cars zu sehen und meine Erwartungen wurden voll bestätigt. Mitsubishi zeigte wieder mal auf einem übersichtlichen Set (Stand B 02) neben der schon in Genf vorgestellten Studie Prototype X ihr [10] Concept-cX.
Dieses kompakte SUV ist 4,10 m lang und 1,55 hoch. Es soll die neue Clean-Dieselmotorengeneration einleiten, die ab 2009 in Serie gehen wird und die Euro-Abgasnorm 5 erfüllen. Ein 1,8 l-Vierzylinder-Dieselmotor mit 136 PS gibt hier den Antrieb, Partikelfilter und Oxidationskatalysator reduzieren den Schadstoffausstoß. Von außen ist dieses schlicht gehaltene Fahrzeug eine Mischung der Designelemente des zukünftigen Lancer-Modells und des Outlander-Concepts. Auch übernimmt es das schon im Outlander verbaute Allradsystem All Wheel Control (AWC). Die blaue Metalllackierung und silbernen Abweiser in der bulligen Front und auf der Seite synthetisieren ein modernes und stylishes Erscheinungsbild in Kombination mit den auffallenden Alufelgen. Mich hat dieses Concept Car tief beeindruckt, nicht nur mich denn ihm wurde fast eine ganze Seite im IAA Spot-Messemagazin gewidmet, und es liess mich hoffen, dass Honda auf seinem Stand ebenso interessantes zu bieten hatte.
Auf dem Honda-Stand B 11 angekommen, erwartete mich dort das schon bekannte [11a] Small Hybrid Sports, diesmal nur in einer neuen blauen Lackierung.
Zu diesem Concept Car kann man in meinem Blog auf der Honda-Seite mehr erfahren. Wir wenden uns gleich ohne Umschweife der absoluten Neuigkeit zu, das [11b] Accord Tourer Concept.
Dieses Kombimodell soll nächstes Jahr auf der Genfer Messe 2008 als serienreife erwerbbare Limousine präsentiert werden. Doch das Concept Car ist schon so gut aufgestellt, dass einer 1:1 Übernahme nichts im Wege steht. Honda deutet hier schon die Designlinie seiner zukünftigen Modelle an. Das Fahrzeug wirkt sehr robust, die mächtige Front mit den in die Frontschürze integrierten Nebelscheinwerfern und dem in Querlamellen geteilten Kühlergrill, fließt über die weiter nach hinten verzogene Scheinwerferanlage über die sehr schmal wirkende A-Säule über die Dachreeling hin zu einer breiteren C-Säule und endet schliesslich in einem sehr bulligen ausladenden Heck mit je 2 LED-Schlussleuchten auf jeder Seite. Die B-Säule ist von aussen gar nicht mehr zu erkennen, die Seitenverglasung scheint aus einem Guss zu sein. Ob dies später im Serienmodell ebenfalls so machbar sein wird, ist bei solch einem langen Gefährt aus sicherheitsrelevanten Aspekten her fraglich, aber wir dürfen uns schon jetzt auf ein anfassbares Modell freuen und werden dann Gewissheit erlangen. Alles in allem ist der neue Tourer ein echter roter Blickfang in der Halle gewesen. Hier stand für mich einer der Höhepunkte der Frankfurter Messe, allein deswegen hat sich der Besuch auf der Messe schon gelohnt. Doch das folgende Fahrzeug stellt alles bis daher dagewesene in den Schatten.
Zwar wurde es von der Fachpresse ziemlich verrissen, wir finden es … einfach göttlich - die luxuriöseste Reiselimousine schlechthin, die für uns selbst den Maybach in den Schatten stellt. Die Rede ist vom [12] F700 des grössten Ausstellers auf dem Messegelände. In der Halle 2, die alleine dem Konzern DaimlerChrysler mit seinen Automarken Mercedes-Benz, Maybach und Smart auf 3 Ebenen und mit einem Catwalk für die Mercedes-Benz-Flotte aufwartete, wurde dieses Forschungsfahrzeug
aus der Mercedes-Benz Entwicklungsabteilung gezeigt. Es handelt sich um eine 5,17 m lange Reiselimousine mit einer völlig neuartigen Motorinnovation - dem DiesOtto. DiesOtto klingt doof, verbindet aber die Vorzüge und die Spritzigkeit eines Benzinmotors mit der Sparsamkeit eines Diesels. So soll diese Luxuslimousine gerade mal 5,3 l/100 km verbrauchen bei einem CO2-Ausstoss von gerade mal 127 g/km. Zum Vergleich: Der Fiat Panda Aria liegt bei 69 g/km, doch können wir diese 2 Fahrzeuge ansonsten tatsächlich vergleichen? Wohl nicht. Denn im F700 wird auch neueste Technik ausprobiert. Wie z.B. das aktive Pre-Scan-Fahrwerk. Durch 2 Sensoren unter den Scheinwerfern wird die Oberflächenbeschaffung des Untergrundes sekündlich abgetastet und das hydraulische Fahrwerk gleicht die Unebenheiten aktiv aus. Dies ermöglicht 100 %-igen Reisekomfort. Der Fahrer kann sich bei der Wahl eines Navigationszieles mit dem Avatar, einem virtuellen Bedienungsassistenten “absprechen”. Die Technik heisst Servo-HMI (Human Machine Interface) und soll sowohl schonend für die Augen wie auch trotz seiner Komplexität immer noch userfreundlich gestaltet sein. Im Innenraum herscht entspannte Lederatmosphäre, die Sitze sind einzeln integriert, der Sitz hinter dem Beifahrer ist entgegen der Fahrtrichtung angebracht, aus welchem man gemütlch ferngucken kann oder sich mit seinem Gegenüber leger und entspannt unterhalten kann. Die 2 Dachscheiben lassen natürlichen Sonnenlichteinfall für die hinteren Fondpassagiere zu. Alles in allem halten wir dieses pompöse Concept Car trotz der gegenläufigen Pressemeinung für ein Wunderwerk der Technik und das Beste was Mercedes-Benz in den letzten Jahrzehnten auf die Showbühne gestellt hat. Wäre schade, wenn es nur ein Showcar bleiben würde auch wenn es ähnlich dem Maybach nur in einer kleinen Anzahl hergestellt werden würde und wegen seines hohen Anschaffungpreises nur von Reichen und Reicheren dieses Planeten in Besitz genommen werden würde.
Mein Runabout führte mich aus dem Mercedes-Tempel weiter ins Forum wo sich Chrysler, Jeep und Dodge befanden. Dieser kurze Abstecher zeigte mir auf einen Blick, dass sich hier auf dem Gebiet der Concept Cars nichts getan hat, so begab ich mich unverzüglich zur Halle 3.0. Der Messetag neigte sich langsam seinem Ende zu. Hier war der Volkswagen Konzern untergebracht mit seinen Töchtern Audi, Skoda, Seat, so dann auch noch Bentley und Lamborghini. Auf dem Messestand A 01 von Volkswagen erwartete uns auch sogleich dieser kleine Kerl:
Es handelt sich hier um das Kleinwagenkonzept [13] Up!. Es sieht nicht nur niedlich aus mit seinen nach hinten verzogenen Scheinwerfern, die dem Up! ein lächelndes sympathisches Gesicht verleihen, dieses Cityei bietet dennoch Platz für 4. Die Sitze hinten lassen sich zusammenklappen und in einen kleinen hinteren Kofferraum verstauen. Da sich der Motor im Heck befindet, hat der kleine “Käfer” auch vorne noch Staumöglichkeiten. Sobald der Passagier Platz genommen hat, blasen sich die Sitze wie eine Luftmatraze auf und formen so die individuelle Sitzposition des Insassen. Interessant ist auch das innovative Touchscreen mit Näherungssensormatik, das sämtliche wichtigen Funktionen beherbergt wie Navigation, Radio, Bordrechner und Klimaanlage. Das ganze wird durch eine visuell beeindruckend gestaltete Hauptmenürolle bedient, so dass sich die einzelnen Menüpunkte wie z. B. Filme, Bilder, Telefon durch die einfache Handannäherung öffnen. Eben verständlich für jedermann weltweit. So bringt Volkswagen mit dieser kleinen Studie Menschen jeglicher Herkunft zusammen.
Unweit von Volkswagen war denn auch Seat mit seinem Stand. Hier sah man das neue SUV-Konzept [14] Tribu.
Neben der auffälligen Glanzmetalllackierung drehte sich dieses Fahrzeug auf einem Podest vor einer riesigen Projektorwand, die Werbevideos zu Seats Modellen abspielte. Mit dem Design geht Seat wieder neue Wege. Es entfernt sich in diesem kantig wirkenden SUV von seiner Philosophie der geschwungenen Seitenlinie und wir finden das ganz gut. Da Seat bald sein SUV-Geländefahrzeug Freetrack auf den Markt bringt, wird wohl dieses Gefährt längere Zeit eine reine Studie bleiben, denn das ohnehin überfüllte SUV-Segment wird wohl keine 2 Seats mehr aufnehmen können. Dennoch wurden hier in diesem evolutionären Jumper einige neue Ideen verpackt und miteinander vereint. Die neue urtypische DNA zeigt einen 2-Phasen-Kofferraum, der sich teilweise im Easy Access Mode für kleinere Gepäckstücke bis hin zum völligen Öffnungsschwenk für große Koffer öffnen lässt. Im Innenraum erwartet uns für den Fahrer ein Dreispeichen-Multifunktionslenkrad mit den Tastern für Navigation, Bluetooth-Schnittstelle und die Geschwindigkeitsregelanlage GRA. Die Instrumententafel verfügt über 4 Anzeigenmodi zu den Fahrstilen Sport, Urban und Free, sowie Informationen zur Klimatisierung und Audiosystem. Über den DMS - Drive Mode Selector lassen sich am Gangknüppel die verschiedenen Fahrmodi einstellen, gleich daneben das MMI - Multi Media Interface, das weitere Anzeigen und Informationen enthält. Um noch mehr Einzelheiten über dieses beeindruckende Concept Car zu erfahren, besuchen sie einfach mal die fantastische Tribu-Internetpräsentation. Ich begebe mich derweil in den 2. Stock der Halle zum Ausstellungsraum 3.1 wo sich noch ein Großteil der übrigen Aussteller befanden, die nicht zu vernachläasigen sind, so Ford, Volvo, Mazda, Aston Martin, Land Rover, Jaguar, Suzuki, Renault und Nissan.
Wie nicht anders zu erwarten war, ist der größte Aussteller Ford (hier gehts zur Ford IAA-Website) gewesen. Im üblichen Ford-Messeset wurde uns das neue [15] Verve Concept Car in einer mal völlig anderen Farblackierung vorgeführt.
Laut Ford soll dieses Fahrzeug Maßstäbe im Kleinwagensegment setzen und die nachfolgende Generation von Fords Kleinwägen stilistisch beeinflussen, so wie dies bei den Modellen Mondeo und Kuga anhand der Konzepte iosis und iosis X weitesgehend der Fall war. Nebst dem üblichen Kinetic Design ist der Innenraum dieser Studie ziemlich faszinierend: Eine farblich lebendige Instrumententafel, die sehr ans Motorola Razor-Handydesign erinnert, nur in enem viel grösseren Maßstab. Überall sind dunkel- und hellviolete Töne zu ertasten, so trägt die Studie zurecht den imprägnanten Namen Verve. Die Zielgruppe steht hier schon von vornherein fest: Frauenherzen werden bestimmt schneller schlagen, war der Anteil der weiblichen Besucher dieses Standes weitaus höher.
Zwar kein Concept Car aber dennoch beeindruckend, so dass es einer kleinen fotografischen Erwähnung alle mal wert ist, fuhr doch James Bond in seinem letzten Kinoerfolg “Casino Royale” den Kriminellen davon, stand hier in dieser Halle auch Aston Martins [16] DBS in seiner ganzen Pracht.
Ihm klaute nur ein paar Meter weiter ein ganz anderer die Show. Völlig unerwartet und das von der Fachpresse nebst dem F700 meist verrissene Geschoss auf der IAA. Wie könnte es anders sein, wir finden es einzigartig und vollkommen willkommen. Die Rede ist vom nächsten Batmobil mit dem unaussprechlichen Namen [17] Kizashi Concept von Suzuki.
Dieser Sportstourer soll 2010 auf den Markt gebracht werden und sowohl das i-AWD - intelligent All-Wheel-Drive wie auch einen völlig neuentwickelten 2,0-Liter-Commonrail-Turbodieselmotor gekoppelt mit einem sequentiellen 6-Gang-Getriebe beinhalten. Eine Hybridlösung für sparsamen Stadtverkehr ist ebenso in Planung, obwohl wir sagen, dass dieses Auto kein Stadtauto ist, denn allein schon der 2,85 m lange Radstand lässt auf eine fast 4 m lange Kombilimosuine schliessen und die werden sich viel besser auf einer Autobahn mit Tempo 200 machen als beim Einparken in der Enge der heutigen Großstädte Europas. Das meistkritisierte an diesem Fahrzeug ist die bullige Front und das ewig breite Heck in die die 2 Suzuki-S eingearbeitet sind. Es wäre verwunderlich wenn dieses geile Design 1:1 übernommen werden würde in einer Serienproduktion, wir fänden es gut, denn Suzuki würde mit dieser Mittelklasse-Reiselimosuine einen echten Hingucker auf die Strasse bringen und aus der grossen Masse der unspektakulären Kombis herausstechen. Wir dürfen gespannt sein. In völligen Gegensatz zu diesem stromlinienförmigen aerodynamischen Konzeptauto, wo jede Ecke und Rundung mit höchster Perfektion behandelt wurden, steht ein anderer Asiate. Die Rede ist von Nissans [18] Mixim.
Diese Kleinwagenstudie mit seinen 2 Flügeltüren und dem völlig unübersichtlichen Design, den vielen Ecken und Dreiecken, die sich in der Karosserie von vorne über die 8 Seitenlinien hin zum Heck ineinanderverkeilen erinnert sehr an einen Ministealth. Obwohl ich immer für neues offen bin und deshalb auch diesem Hobby der Messefotografie mit Herzensblut nachgehe, immer wieder auf der Suche und der Jagd nach dem perfekten Concept Car bin, halte ich diese Studie dann doch für zu abgehoben. Deshalb gehen wir auch schnell wieder weiter und begeben uns zu Renault.
Der erfindungsreiche Franzose hatte diesmal wieder 2 Konzepte mitgebracht. Eines davon war das [19a] Laguna Coupé Concept.
Diese Studie ist zwar nicht so spektakulär wie wir es von den vielen übrigen Concept Cars von Renault wie z.B. den Egeus, Nepta, Fluence oder Altica gewohnt sind, trotzdem überzeugt es. Das Modell sieht sehr seriennah aus und bis auf die Flügeltüren würde es die Alltagstauglichkeiterwartungen des Konsumenten allemal erfüllen. Doch auch unter der Haube hätte dieses Coupé einiges zu bieten: ein neuer V6-dCI-Motor würde mit 2933 ccm und einer Leistung zwischen 230 und 265 PS für genügend schnelle Beschleunigung sorgen und damit zu einem echt rasanten Sportwagencoupé mutieren.
Ein paar Autos weiter stand denn auch die zweite Studie: das [19b] Kangoo Compact Concept.
Eigentlich handelt es sich hier ebenso wie beim Laguna Coupé Concept um keine völlig neuerdachtes Concept Car, sondern eher um ein konzeptionelles Upgrade eines schon marktreifen Serienfahrzeugs. Doch einige einschneidende Unterschiede gibt es trotzdem. Diese Variante ist nochmal 20 cm höher, also 3,90 m lang, 1,86 m breit und 1,72 hoch. Große Glasflächen darunter das Panoramaglasdach sorgen für einen guten Rundumblick, denn man im Stadverkehr ohnehin braucht, die Heckscheibe lässt sich versenken. Der Kofferraum kennt 2 Öffnungsmodi, 45 und 90 Grad. Ausserdem wurde innen ein Touch-Screen-Navigationbildschirm und Kompass angebracht, die Sitze lassen sich um 180 Grad drehen, es gibt vielfache Staufächer. Als Antrieb dient diesem Viersitzer ein 1,5 LIter dCI-Euro4-Diesel mit 103 PS, das über ein 6-Gang-Schaltgetriebe gesteuert wird. Um mehr Aufmerksamkeit auf der Messe zu bekommen, hat man das ganze noch mit einer knallig-orange und gebürstet alluminiumlackierten Haut überzogen.
Da es schon inzwischen nach 17:00 Uhr war, wollte ich dem ganzen messeverlassenden Verkehr entkommen und machte mich so langsam auf den Rückweg, Vorher schaute ich jedoch noch in der BWM-Halle F3/Agora vorbei um zu sehen ob die Bayowaren wenigstens dieses Jahr ein Concept Car nach Frankfurt mitgebracht haben, und schon beim Eingang erwartete uns dieses haifischartige Geschoss mit der Bezeichnung [20a] Concept CS.
Was eher schöde wirkt, so wie der Großteil der BMW-Fahrzeuge, ist eine Rennmaschine höchster Perfektion. Unter der Haube lauern hier 507 PS in einem 10-Zylinder. Die 5-türige Sportlimousine bietet 4 Passagieren Platz, die über ausfahrbare Türgriffe einsteigen können. Das Showcar ist gerade mal 1,36 hoch, aber ganze 5,10 m lang. Zu kaufen für BWM-Fans wird es diese Schnitte wohl nie geben, wie eine Pressesprecherin verlautete, aber lassen wir ein wenig Zeit in Bayern vergehen, so kann es doch passieren, dass es mal in Serie läuft. Umdrehen wird sich auf der Strasse nach diesem Fahrzeug aber niemand, dazu sieht es einfach zu BMW-ig aus, die alte Formensprache ähnelt dem M3-Coupé so stark, so dass nur ein geübtes Auge es als ein neues Modell von BMW erkennen würde.
Neu ist ebenfalls das [20b] Concept X6, das viel stärker beworben wurde.
Man nimmt einen X3 oder notfalls auch einen X5, flacht die C-Säule coupéartig ab, akzentuiert ein wenig die Ecken und Kanten, färbt es ins BMW-einheitsgrau und schon hat man ein neues Concept Car namens X6. So will das bayerische Traditionsunternehmen das hart umkämpfte SUV-Segment um eine weitere Nische erweitern, dem SAC - also mit dem Sports Activity Coupé. Was aber wichtiger war, ist die ActiveHybrid-Version des Concept X6. Unter dem Motto EfficientDynamics verbindet BWM den Elektromotor mit dem Verbrennungsmotor über eine neuartiges TwoMode-Getriebe, das einen Modus für Anfahren und niedrige Geschwindigkeiten sowie einen weiteren Modus für höhere Geschwindigkeiten zusammenspielen lässt. Beim Bremsen arbeiten die Elektromotoren als Generatoren und speisen die gewonnene Bremsenergie in die Batterie, die später wiederrum bei der Stadtfahrt im Elektromotor freigesetzt wird. Das mindert den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen um ein Vielfaches. So reiht sich BMW ebenfalls ein in die lange Liste der Unternehmen, die mit innovativen und neuartigen Antrieben unsere Umwelt retten wollen und die zukünftige Autofahrergeneration als potente Käufer überzeugen will.
Abschliessend zur 62. Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt lässt sich wohl sagen, dass diese Messe eine Groß-Klein-Kampfmesse war.
Angetreten sind gegeneinander die Davids, darunter die Chevrolet Minicars, das Toyota iQ-Concept, der Citroen C-Cactus, Fiat Panda Aria, der Volkswagen Up!, Ford VerVe und der Nissan Mixim und die Goliaths, darunter der Lexus LS 600h, Citroen C5Airscape, Hyundai i-Blue, Honda Accord Tourer Concept, Mercedes F700, Seat Tribu, Suzuki Concept Kizashi und BMW Concept X6 ActiveHybrid. Beide, David und Goliath, wollen uns weissmachen, dass der Umweltschutz und die Klimarettung möglich sind. Den Davids vermag man ihrer Natur wegen das Ganze zu glauben, die Scheinheiligkeit der Goliaths mit der manche Hersteller dem Autofahrer von morgen versuchen zu suggerieren, Klimawandel und Umweltschutz liessen sich durch höhere PS-Motorleistungen und luxuriöses Entertainment-Driving dennoch verwirklichen, ist leider nach hinten losgegangen. Diese Messe liess uns wiedermal Impulse erahnen und wir ehren die Bemühungen der Automobilindustrie unsere Probleme zu lösen, doch müssen der ganzen Show endlich vor allem preisliche und vertriebsorganisatorische Taten folgen, sonst fahren wir bald nur noch unter dem Motto: Sehen, was gestern umsonst bezahlt!
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