Konzepte der Spitzenklasse
Der Runabout-Report zum 78. Internationalen Auto-Salon (und Zubehör) in Genf vom 06.-16. März 2008
Auch im Jahr 2008 n.Chr. ist die Schweizer Automobilmesse kurz vor der Grenze zu Frankreich die Superlative wenn es um die Vorstellung neuer Studien geht. Ein Grund mehr, dass ich mich am Montag, 10.03.2008 so gegen 11:30 Uhr aufgemacht habe in Richtung Süden zu fahren voller Spannung was dieses Jahr vorgestellt wird. Es war ein sonniger warmer Wintermorgen, 9,5 °C, Ludwigsbug und die Frisur sitzt, die Concars-Klamotten angezogen, die neue Panasonic DZ50 Bridgekamera verpackt und sorgfältig verstaut. Nach ca. 4,5 Stunden Fahrt kam ich wieder am Flughafen an und parkte wie gewöhnlich auf dem unüberdachten Parkplatz P 47-49, bezahlte trotzdem das Parkticket über 20 CHF (ca. 15 €uro) für den ganzen Tag obwohl ich erst am späten Nachmittag den Parkservice in Anspruch nahm und mir schon mehr Menschenmassen von den Ausstellungshallen entgegenkamen, denn hingingen. Frech fand ich den Preis, später wird sich das noch als der günstigere Parkplatz herausstellen, die Freude darüber dass die “Heiligen Hallen” nicht so überfüllt sein werden, ließ mich meinen kurzen Anflug von Ärger vergessen.
Gleich am Eingang ging ich nach einem kurzen prüfenden Blick zum Fiat-Stand, die das Panda Aria Co2ncept Car aus Frankfurt mitgebracht hatten, sofort zum Kia-Stand 5231 und durfte schon die erste Premiere des asiatischen Automobilbauers bestaunen: Er brachte uns das [0] Soul-Concept (Flickr it! hier) mit in 3-facher Ausführung, so schoß ich punkt 15:30 Uhr MEZ meine ersten Bilder der Genfer Messe 2008:
Laut eigenem Messeprospekt “wurde das [0a] Soul Diva Concept als modisches Accessoire für die stilbewúßte Dame mit jugendlichen Flair geschaffen, für die ihr Wagen genauso wichtig ist wie ihr gesamtes Outfit. Der Soul Diva ist wie ein Supermodell mit glamouröser Ausstrahlung etwas schrill, aber spielerisch und vergnügt.” Gleich daneben stand dann auch sein Gegenpart, das [0b] Soul Burner Concept.
Er ist “der böse Bube unter den drei neuen Soul Concept-Cars. Ein Angeber mit Drachen-Tätowierungen. Von aussen ist er ein garstiges, völlig schwarzes Biest mit scharlachroten Flammen. Das glänzend schwarze Tattoo hebt sich nur wenig von der seidenmatt lackierten Karosserie ab. Es zeigt einen großen Drachen, der über die Haube kriecht. Auf der anderen Seite klettert ein kleiner Drache den C-Pfosten hoch. Als Symbiose aus diesen 2 Konzepten “bildet das [0c] Soul Searcher Concept
einen ruhenden Pol im urbanen Dschungel, einen komfortbetonten Raum auf vier Rädern. Er versucht den Geist der koreanischen und fernöstlichen Kultur mit dem Schwerpunkt ‘persönlicher innerer Frieden’ einzufangen, und das Innere bildet eine Oase der Stille für die Insassen. Der Searcher strahlt entspannte Zuversicht aus, die Farben sind gedeckt, die Gewebe weich und die Präsenz auf der Straße diskret”. So wird auch aller Wahrscheinlichkeit nach das Serienmodell aussehen, denn die Kia-Studien sind zwar Showcars und dementsprechend spektakulär in Szene gesetzt, doch die Weltpremiere der Serie ist für die Pariser Messe d. J. geplant und die Einführung in der Schweiz im Frühjahr 2009.
Als ich die Hostess am Kia-Stand bat die Türen und das Heck der Diva zuzumachen um ein paar gute Shots zu machen, wirbelte ich anscheinend ein wenig Wind auf, denn ganz unbemerkt stand sogleich ein schwarzgekleideter beschnautzer Herr mittlerer Größe an meiner Seite und fragte mich dezent, ob ich denn von der Presse sei. Ich antwortete ganz verblüfft, dass ich das nicht sei. wenigstens nicht direkt, aber dass ich ein eigenes Projekt betreibe mit dem Ziel Konzepte zu dokumentieren. Fast augenblicklich ließ bei dem bayowarisch sprechenden Standleiter das Interesse nach. Nichtsdestotrotz schaffte ich es noch zwei postkartengroße Werbehologramme dieser neuen 5-7-sitzigen SUV-Studie zu ergattern und musste mich sodann gleich in Halle 5 weiter auf den Weg machen.
Ich wollte an diesem ersten Tag die Gunst der Stunde nutzen und die wenigbesuchten Ausstellungshallen abzuklappern und soviel wie möglich zu erkunden. Denn der Besuch der diesjähren Genfer Messe stand unter keinem guten Stern. Am Wochende davor meldeten sich 2 Kontrollleuchten meines roten Seat Leons mit der Warnung ich müsse meine Bremsflüssigkeit nachfüllen. Um ja sicherzugehen, dass mit der Bremsanlage alles in Ordnung ist, flitzte ich zur größten örtlichen Autowerkstatt und ließ das ganze prüfen. Alle Bremsleitungen waren in Ordnung, also Fehlanzeige, der Mechaniker hatte aber seine Bedenken. Bei der Probefahrt stellt er aber fest, dass die Maschine keinen flotten Durchzug hatte wie es sich für einen 1,9 TDI mit 110 PS gehört. Vage Diagnose: Luftmassenmesser defekt. Da es schon kurz vor Feierabend war, machte ich einen weiteren Termin nach meiner Rückkehr aus Genf zur Reparatur aus. Da wusste ich noch nicht, dass ich am Tag darauf, den Samstag, 08.03.2008 mit 39 °C Fieber, starken Magendarmschmerzen und sämtlichen unappettlichen Erscheinungen einer epidemischen grippalen Virusinfektion im Bett liegen bzw. vor der Kloschüssel sitzen werde. So Gott wollte stellte sich dies aber am Sonntag wieder ein und ich kam zu Kräften um meine Reise zu begehen. Zum Glück, denn sonst hätte ich folgendes kleine Minicar von Suzuki auf ihrem Stand 4251 verpasst - das [1] A-Star Concept (15:54 Uhr MEZ) (Flickr it! hier).
Wer dachte mit dem Splash hätte Suzuki sein Kleinwagensegment besetzt, der irrt gewaltig. den dieser Kleinwagen soll ebenfalls ab 2009 auf Europas Straßen rollen. Das 5-türige Fließheckmodell soll einen spritsparenden 1,0-Liter Benzinmotor haben und mit einem guten CO2-Wert von gerade mal 109 gr/km die junge und bewußte Autofahrergeneration der Zukunft überzeugen. Wir finden die Studie für sehr gelungen und sie übertrifft das Splash Project um Meilen, doch wir werden sehen ob das Serienmodell diesem silbernen Star auch nur im kleinsten Detail ähneln wird, denn von Suzuki sind wir schon gewohnt nach einem Showcar ein völlig anderes Serienfahrzeug beim Händler stehen zu sehen.
Gleich in Sichtweite vom Suzuki-Stand aus sah man auch das Drehpodest des Honda Concept Cars namens [2] Concept CR-Z (16:04 Uhr MEZ).
Takeo Fukui, Präsident und CEO der Honda Motor Corp. Ltd., gab schon auf der Tokyoter Motorshow bekannt, dass dieses Concept Car bis zum nächsten Jahr als Serienmodell angestrebt wird. Honda will mit diesem sportwagenähnlichen Konzept zeigen, dass umweltbewusste Hybridfahrzeuge ebenfalls sportlich agil und chic aussehen können und sollen. Natürlich erhofft man sich mit dieser 4 Meter langen Mittelklasselimousine, die sich preislich unter dem Einführungspreis des Civic Modells bewegen wird, den Hybridfahrzeugabsatz von derzeit jährlich 50.000 Fahrzeugen auf 200.000 Stück zu erhöhen. Die 2-bzw. 3-türige Studie ist ins gleiche Segment einzuordnen wie Volkswagens Scirocco oder Seats Leon. Das Fahrzeug sieht mit seinem nach unten gezogenen Kühlergrill sehr stylisch aus, wird aber bestimmt nicht eine neue Designsprache der gesamten Honda-Modellpalette darstellen. Mehr Bilder zu diesem Concept car gibt es hier in unserem Flickr-Beitrag.
Wenn wir schon bei den Asiaten sind, bleiben wir auch gleich bei ihnen. Gleich neben dem Honda-Stand hatte sich nämlich Nissan (Stand 4150) aufgebaut und brachte uns aus dem fernen Osten ebenfalls eine Studie mit, die eben so nur von Japanern stammen kann. Es handelt sich um das verspielte kinderei-förmige und rundum verglaste Konzept [3] Pivo2 (sprich Pivo hoch 2 und Flickr it!), das eine neue Ära in der individuellen Mobilität der menschlichen Spezies einleiten soll. (Als kleine Vokabularinfo muss ich an dieser Stelle einschieben, dass das Wort Pivo auf dem Balkan und in serboslawischer Sprache übersetzt Bier bedeutet und wenn das Ganze noch in Potenz daherkommt, lässt es die Herzen der Bierliebhaber bestimmt höher schlagen.) Was auf den ersten Blick nach Kinderspielzeug aussieht, beherbergt neueste fortschrittliche Technologie vom Feinsten. Kurz gesagt: Die runde frei drehbare Insassenkanzel steckt auf einem variabel geometrischen Räderchassis im Metamo System, dass ein paarweises Ansprechen der Räder ermöglicht. Das sorgt für Kurvenstabilität und leichteres Einparken. Unter der Kanzel wird denn auch der Lithium-Ionen-Antrieb untergebracht, welcher seine Antriebskraft an 4 kleine Radnabenmotoren überträgt und so für Vortrieb sorgt. Als Fahrer-Assistenzsystem fungiert ein Robotic Interface das von Nissan als Intelligent Lifeform Design betitelt wird. Es handelt sich eigentlich um einen frei schwenkbaren Eierkopf in Star Wars R2D2-Manier, welcher im innerstädtischen Verkehr freie Parklücken erkennen soll und den Fahrer mit seiner piepsigen robotischen Kinderstimme darüber informiert. Außerdem erkennt er durch aktives Gesichtsscanning das Wohlbefinden des Fahrers und interagiert verbale Kommentare diesbezüglich. Ein technisches Wunderwerk ist diese gesamte Studie auf alle Fälle, wird aber höchstwahrscheinlich so nie die Serie erreichen. Teile des Konzeptes werden aber bestimmt in mittel-und langfristiger Zukunft in den kommen Nissan-Modellen integriert. Darüber kann man sich sicher sein. Welche das aber sein werden steht noch in den Sternen.
Erwähnenswert wären noch die multimedialen Bluetooth-Stations am Nissan-Stand, welche den Messebesuchern erlaubten durch die Angabe einer E-Mail-Adresse weitere Informationen wie Video, Wallpaper, Screensaver etc. nach Hause geschickt zu bekommen. Neugierig wie ich bin, habe ich das sofort ausprobiert und habe das ganze in entspannter Atmosphäre daheim auf mich wirken lassen. Im gesamten Marktauftritt agiert Nissan hier in Genf sehr offen und konsumentenfreundlich. Lob!
In der gleichen Halle 4 auf dem Renault-Stand 4130, wie könnte es anders sein, präsentierte uns der französische Automobilbauer nochmals eine neue Interpretation seiner gängigen Modelle. Was in Frankfurt anfing mit dem Laguna Coupé Concept und dem Kangoo Compact Concept wird traditionell im neuen [4] Megane Coupé Concept (Flickr it!) (16:39 Uhr MEZ) fortgeführt.
Die Studie sieht beeindruckend aus. Die Frontansicht ähnelt stark der Front älterer Studien wie z.B. Egeus oder Altica. Von vorne gehts keilförmig nahtlos über in ein Panoramadach hin zum runden Heck. Bei Menschen würde man(n) es als Apfel-Popo bezeichnen. Das besondere Schmankrl an dieser Studie sind die Türensysteme. Ein völlig neuartiges Öffnungsmodi: die Tür ist unterteilt in eine obere Glashälfte und die untere Karosseriehälfte. Beim Flügelsystem-Öffnungsprocedere geht zuerst die Glashälfte hoch und die Karosseriehälfte schiebt sich darunter. Wenn eine Studie der Natur nahe kommt, dann ist es diese, denn von hinten betrachtet ähnelt wohl kein Automobil eher einer dicken und fetten Hummel.
Zwar wirkt das Fahrzeug im Stand behäbig, doch würde es sich in Gang setzen, würde der 2,0 Liter 4-Zylinder-Reihenmotor mit 200 PS die 4,51 Meter lange, 1,35 Meter breite und 1,90 Meter hohe Limousine in ca. 7,2 Sekunden von 0 auf 100 hochsummen. Bei einem Durchschnittsverbrauch von 6,5 l/100 km und einem mittleren CO2-Ausstoss von 154 gr/km sind die Performance-Werte ganz passabel. Nach diesem 15-minütigen Aufenthalt am Renault-Stand summselte ich dann weiter zu einem weiteren großen Hersteller, der im Augenblick als der größte und innovativste Produzent weltweit angesehen wird.
Die Rede ist natürlich von Toyota. Ihr Stand 4111 wirkte gut aufgeräumt und übersichtlich, was in Frankfurt den Ehrenplatz in der Drehschachtel bekam, wurde diesmal in einem größeren eigenen Set vorgestellt. Aus dem Boden zu laut schallender Musik tauchte immer wieder das bald in Serie gehende [5a] iQ Concept (Flickr it!) (16:53 Uhr MEZ). Wir berichteten darüber schon in unserem Frankfurt 2007-Runabout-Report, so dass ich dies an dieser Stelle nur kurz erwähne. Viel mehr Beachtung fand bei mir das neue ungewöhnliche Konzept der individuellen Mobilität namens [5b] i-Real Personal mobility Concept (Flickr it!) (16:59 MEZ).
Es handelt sich hier um ein Ein-Personen-Fahrzeug mit 3 Rädern. Eigentlich ist es ja kein klassisches Automobil mit 4 Rädern, Türen und Kofferraum, aber es zeigt uns doch gut, wie sich der urbane Raum des mobilen Menschen in Großstädten noch nutzen lassen könnte. Dieses Vehikel kann in 2 verschiedenen Modi benutzt werden, einmal im Slow-Modus, in welchem sich das Fahrzeug stehend langsam vorwärts bewegt. In diesem Modus ist es ziemlich gut geeignet für Senioren. Als alternative Option steht dem gegenüber der Fast-Modus, welcher nach Aktivierung das Vehikel in eine tiefere aerodynamische Position bringt und das ganze mit einer höheren Geschwindigkeit gekoppelt ist. Ich war dann ziemlich erstaunt, wie flott man eigentlich in diesem zweiten Modus vorankam. Die halbstündigen Shows auf einer kleinen sauberen Demonstrationsplattform ließen die Messebesucher dieses kleine Wunderwerk in Aktion sehen.
Als dritter im Bunde wurde uns um 17:08 Uhr MEZ das [5c] Urban Cruiser (Flickr it!) gezeigt.
Das ursprünglich dschungelgrüne Concept Car hat sich emanzipiert und ist fast serienreif geworden. Das 5-türige SUV-Modell ist der kleine Bruder der RAV4-Geländewagen-Baureihe und soll robustes Offroad-Feeling gepart mit städtischer Funktionalität und umweltbewussten Motoren vereinen. Damit springt Toyota ebenfalls in die Bresche ein Modell anzubieten für Kunden, die keinen übergroßen klobigen Geländewagen fahren wollen, aber auch die gewöhnliche Limousine langweilig finden.
Zwischen dem Lancia-Stand und dem Toyota-Stand befand sich diesmal in unmittelbarer Nähe des Mutterkonzerns Toyota auch wieder die Luxustochter Lexus (Stand 4211) und die brachten uns wieder einmal das luxuriöseste Set mit, welches Fotografenherzen höher schlagen ließ. Vor der üblichen gebogenen Projektionsleinwand drehte sich das schwarz-weiße Podest und darauf posierte zwar ein alter bekannter, doch in einer etwas anderen Ausführung. Ich dachte mir dieses Modell nicht den Lesern meines Blogs vorenthalten zu wollen, wenn ich schon das Chevrolet Camaro Concept-Doppelpack zeigen konnte, werde ich beim [6] LF-A Roadster (Flickr it!) um 17:14 Uhr MEZ bestimmt keine Ausnahme machen.
Laut Lexus ist “der neue LF-A Roadster Konzeptwagen gleichzeitig der kompakteste und leistungsstärkste Lexus, der je gebaut wurde. Der LF-A Roadster strahlt die Grundprinzipen der Lexus Designphilosophie L-Finesse aus: schlichte Eleganz in perfekter Fusion mit gespannter Dynamik. Die Einfachheit in Form und Funktion spiegelt sich im schnörkellosen, dynamischen Design und dem Verzicht auf überflüssige Details wider. Eleganz – innen wie außen – wird gleichzeitig durch Schlichtheit wie auch durch subtilen und doch faszinierenden Luxus unterstrichen. Für den Vortrieb des LF-A sorgt ein kompromissloser, leichtgewichtiger Motor, der komplett aus Leichtmetall gefertigt wurde und mit einem Hubraum von knapp 5,0 Litern mehr als 368 kW/500 PS leistet. Mit diesem Triebwerk erreicht LF-A dank der optimalen Übersetzung, des niedrigen Gewichts und der hervorragenden Aerodynamik eine Spitzengeschwindigkeit von über 320 km/h.” Mir raubte er einfach den Atem, so dass ich an dieser Stelle sprachlos blieb.
Die Ironie an der ganzen Geschichte ist, dass ich auf dem Weg zur Genfer Messe auf der Autobahn Höhe Baden-Baden mit meinen 110 PS nicht einmal über 3000 U/min kam und von den Besserverdienenden in ihren schwarzen A6/A8-, aufgepumpten C-Klasse- und BMW 5er-Kombis kompromisslos überholt wurde. Da kam mir unweigerlich der Gedanke, dass sich in meinem Leben etwas einschneidendes ändern müsse um endlich in dieser Gesellschaft schneller und zielstrebiger voranzukommen … ich entschloß mich dazu endlich einen neuen funktionierenden Luftmassenmesser einzubauen.
Schließlich fuhr ich fast 600 km weit um die schnellsten, stärksten und sensationellsten Fahrzeuge dieses Planeten zu sehen und kam selber mit Müh und Not nicht einmal auf die 130 km/h Richtgeschwindigkeit. Irre, oder nicht?
Nachdem ich also wieder zu Wort kam beim Lexus LF-A Roadster, spurte ich über den Ford-Stand, der diesmal nichts neues konzeptionelles mitgebracht hatte zu einem Hersteller, von dem ich am aller wenigsten ein Konzept dieser Qualität erwartet hätte. Ich überschritt die imaginäre Abgrenzung zwischen der Halle 5 und Halle 6 und fand mich auf dem zwar kleinen aber feinen Stand 6060 von Land Rover wieder.
Es drehte sich hier langsam ein Auto im Kreis, das für mich im selbigen Augenblick zum Highlight-Favoriten der Genfer Messe 2008 gehören könnte. Die Rede ist vom [7] Concept Car LRX (Flickr it!) (Zeitpunkt des Geistesblitzes: 17:28 Uhr MEZ). Es handelt sich hier um ein sehr futuristisch aussehendes 3-türiges Cross Coupé mit einer bissigen Front und der nach hinten zum Heck hin stetig ansteigenden Seitenlinie. Das gesamte Dach besteht aus einem einzigen Panoramafenster, welches die braunen und metallischen Farbtöne im Innern hell und freundlich leuchten lässt. Die sportlichen Sitze sind mit braunen Leder bezogen und klappen in einem ganz neuen Verfahren nach vorne bzw. in sich zusammen um den Einstieg für die hinteren Fondpassagiere zu ermöglichen. Die können ihren eigenen iPod mitnehmen, denn die Dockingstationen sind dafür vorhanden. Auch eine kleine Mini-Coolbar wurde in die Mittelkonsole integriert. Die digitale Touchscreen-Instrumententafel informiert durch LCD-Grafiken den Fahrer über die wichtigen Betriebsfunktionen. Lichtsignale zeigen den gerade verwendeten Fahrmodus: grün für Eco-, rot für Sporty- und blau für General-Driving. Unter der Fronthaube werkelt ein 2,0 l BioHybrid-Turbodieselmotor, der ca. 4,7 l/100 km Sprit benötigt und den CO2-Aussstoss auf 120 gr/km drückt. Im Konzept kommt das ERAD - Electric Rear Axle Drive-System zum Zuge, dass die eigentlich verschwendete Bremskraftwirkung in elektrische Energie umwandelt und speichert und diese beim Beschleunigen wieder freigibt. Eigentlich handelt es sich hier um das schon bei BMW bekannte geniale Bremsenergierückgewinnungs-System. Alles in allem wäre dieses Konzept unser Highlight der Messe geworden, würde da nicht ein paar Stände weiter eine Studie kommen, die durch ihr Aussehen den LRX leider nur auf den 2. Platz verbannt.
Ich ging dann mal so langsam weiter durch die Halle 6 an Volvo und Citroen vorbei, die dieses Jahr in Genf keine Konzepte mitgebracht hatten, dann am Rolls Royce-Stand, dem nicht ein einziger Messebesucher um diese Zeit das Interesse zollte und kam in den hinteren Teil der Halle, in welchem sich der Chrysler-Konzern mit seinen 3 Marken Jeep, Chrysler und Dodge aufgebaut hatte. Zentral vor den Ständen erwartete mich denn auch eine kleine Concept Car Flotte bestehend aus folgenden 3 Exemplaren. Zuerst um 17:46 Uhr MEZ zum Vertreter der Geländewagen-Fraktion [8] Renegade Concept (Flickr it!).
Jeep zeigte uns einen 2-sitzigen Verteter eines Crossover Coupés ohne Dach und ohne Seitenfenster. Alleine die schwarzen A- und C-Säulen ragen aus dem grünen Korpus heraus, sowie eine kleine Windabweiser-Schutzscheibe, die Seitentüren sind transparent. Dieses Fahrzeug braucht auch nicht mehr, denn wie es seine ganze Struktur zeigt, ist es nicht für Höchstgeschwindigkeiten ausgelegt, sondern für kompromislosen Gelände-Fahrspaß. Und das obwohl für den Antrieb ein Lithium-Ionen-Batteriepack kombiniert mit einem 1,5 l BlueTec Dieselmotor sorgt, welcher das Vehikel bis zu 110 Meilen pro Gallone, insgesamt ca. 640 km, weit kommen lässt. Das gesamte Antriebskonzept soll 268 PS entwickeln und von 0 auf 100 in unter 9 Sekunden kommen. Die Höchstgeschwindigkeit würde etwa 144 km/h betragen. Für Strandfans und Surfer völlig ausreichend, will man seinen Strandbuggy mitnehmen, so ist auf der hinteren kleinen Pick-up Ladefläche dafür genügend Platz. Gleich neben dem Renegade baute sich ein weiterer “Öko” auf.
Das [9] Eco Voyager Concept (Flickr it!) (17:47 Uhr MEZ) von Chrysler zeigt wie 4 Personen in einer luxuriösen Limousine entspannt und komfortabel reisen können. Das One-Box-Design-Fahrzeug ist 4,85 Meter lang, 1,91 Meter breit und 1,60 Meter hoch, bei einem Radstand von knapp 3 Metern und den Wegfall der B-Säule, somit logischerweise gegenläufig öffnenden Türen, lässt die Passagiere auf Einzelsitzen Platz nehmen. Das Interieur ist schlicht weiß gehalten mit Kirschholzelementen.
Was den Antrieb angeht spart auch Chrysler nicht mit Alternativen: Der Eco Voyager soll mit seinem E-Motor 64 km weit kommen, das Lithium-Ionen-Batteriepack liefert 200 KW und soll eine Beschleunigung von 0 auf 100 in 8 Sekunden erzeugen bei einer Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h. Die Reichweite wird durch eine Brennstoffzelle auf 500 km erhöht. Chrysler setzt somit im Kampf um die Zukunft unserer Umwelt immer mehr auf E-Motor und Brennstoffzellen-Hybriden im Gegensatz zu anderen Unternehmen. Nebst einem Geländefahrzeug und einer Reiselimousine also sorgte denn Dodge für das Adrenalin im Blut.
Genau um 17:52 Uhr MEZ schon am ersten Tag meines Messebesuches hatte ich das optische Highlight der Automesse vor der Linse stehen. Das knallige [10] Zeo Concept (Flickr it!) passt wie die Faust aufs Auge zu unserer orangenen Messephilosophie. Sexy, heiss und formvollendet sorgt dieser Sportler mit seinem 200 KW starken E-Motor (äquivalent zu einem 270 PS Benziner) für Beschleunigungen bis zur 100 km/h-Grenze unter 6 Sekunden. Die 210 km/h Höchstgeschwindigkeit beeindrucken ebenso, bedenkt man, dass es sich auch hier um ein Zero Emission Operation-Fahrzeug handelt, also keine fossilen Brennstoffe zum Einsatz kommen. Den Lithiums soll der Saft erst nach 400 km ausgehen, was sich bei konstanter Fullpower auf dem amerikanischen Highway eher bezweifeln lässt. So weit ist die Elektro-Motortechnik denn doch nicht. Trotzdem finden wir den 2+2 Sitzer mit seinen 2 großen Flügeltüren vorne und 2 kleinen Türchen hinten, die sich nach oben um die Radkästen rotierend öffnen lassen, als ein faszinierendes Stück Technik. Damit schloß ich meinen Chrysler-Trip und dachte so leise in mir: “Was soll jetzt noch kommen?” Habe ich nicht schon das Beste der Messe gesehen? Soll ich meine neue Kamera nicht einfach einpacken, auf die Genf-Übernachtung pfeiffen und einfach nach Hause gehen?”
Nein, denn mir fehlten noch ein paar Große, die gesamte Halle 2 und 1, und auch die “Kleinen” wollte ich noch abschreiten um hier den vollen Überblick liefern zu können.
Zwar ist es mit der DaimlerChrysler-Fusion schon ein weile her, dennoch befand sich der Mercedes-Benz Stand 6451 gleich gegenüber. Die Schwaben brachten auf die Messe ihre Vision von einem sauberen Antrieb mit. Sie zeigten zentral auf der größten Fläche ihr [11] Vision GLK BlueTec Hybrid (Flickr it!) (18:05 Uhr MEZ). Im Small-Talk mit der MB-Hostess auf schwizer-hochdeutsch erfahre ich, dass die Markteinführung dieses neuen SUV-Modells von Daimler in Europa und der Schweiz bereits Mitte dieses Jahres geplant ist. Sie erklärt mir auch die Bluetooth Messetechnologie. Einfach ans Auto rangehen, vorher Bluetooth einschalten und schon piepsen die ankommenden E-Mails mit GLK-Movie, Wallpaper etc. Für alle Deutschen, die die Messe nicht besuchen konnten, gibts diesen Dienst trotzdem. Einfach für das GLK Mobile Special das Wort GLK an die Nummer 48000 senden und schon müsste es kurz danach piepsen. Zurück zur Vision.
Für gutes Fahrgefühl sorgt das Zusammenspiel zwischen Agility Control-Fahrwerk, 7G-Tronic, also das 7-stufige Automatikgetriebe, und der 4Matic-Allradantrieb. Als Motor dient die sauberste Dieseltechnologie mit reduziertem Stickoxidaustoss unter dem Slogan BlueTec. Informationen zum versteckten Hybrid sucht man auf der Microsite vergeblich. Stattdessen gibts im Innenraum Comand APS, welches die nötigsten Audio-, Telefon- und Navigationseinstellungen am Lenkrad vereint. Dazu 3-Zonen Thermotronic Klimatisierungsautomatik und 7 Zoll TFT-Displays für medialen Fond-Entertainment-Genuss. Das Ganze natürlich in gewohnt traditioneller Mercedes-Benz Silber(pfeil)optik-Lackierung.
Nachdem ich also gesehen habe, was aus “meinem” flachen Schwabenländle in die bergige Schweiz mitgebracht worden ist, die hübsche MB-Hostess auch nirgends mehr zu sichten war, machte ich mich nach dem flüchtigen Besuch des BMW und Mini-Standes um 18:15 Uhr MEZ auf zum Peugeot Stand 6271. Mal schauen was uns der letzte große Franzose in meinem Runabout mitgebracht hatte. So sah man den [12] Beep beep! Bipper (Flickr it!).
Zum ersten Mal präsentiert auf der Bologna Motorshow durften die Genfer Messebesucher dieses Fahrzeug ebenfalls begutachten. Ein Fahrzeug, dass nie für die breite Masse zu haben sein wird, handelt es sich hier um ein Konzept welches speziell für Logisitikarbeiten im Peugeot Rennzirkus entwickelt worden ist. Die Ähnlichkeit im Aufbau zum Renault Kangoo Compact Concept ist frappierend, eine Zusammenarbeit diesbezüglich zwischen Renault und Peugeot wäre keine Überraschung. Laut Messeplakat ist es ein optimales Servicefahrzeug für Dienste zwischen Motordrom und entfernteren Punkten der Rennpiste, Fahrten zwischen Werksgelände und Zulieferer. Durch sein vorteilhaftes Verhälnis Nutzvolumen-Aussenmasse-Verbrauch könnte es in kleineren Serien auf Bestellung für Wirtschaftsunternehmen mit eigenem Fuhrpark hergestellt werden. Das Konzept ist 3,864 Meter lang, 2,019 Meter breit und 1,721 Meter hoch, ausgerüstet mit einem FAP-Dieselpartikelfilter, der CO2-Ausstoß beträgt 119 gr/km, der Verbrauch liegt bei 4,5 Liter/100 km. Das 1,4 Liter HDI-Agreggat wird durch ein automatisiertes 5-Gang-Schaltgetriebe angesteuert. Wer einen kleinen spritzgen Lastesel mit 70 PS für kleinere Botenfahrten braucht, der darf gerne bei Peugeot anfragen.
Ich ging aber um 18:24 Uhr MEZ weiter und gelangte zum Mazda Stand 5150. Dort erwartete mich wieder eine coole Studie, die sich so unglaubwürdig auf ihrem Podest drehte, dass Messebesucher die Karosserie berührten um sich zu überzeugen, dass es sich hier nicht um eine Plastikattrappe handelte. Ein Lob auf Metall-und Blechverformung bei diesem Fahrzeug. Der [13] Taiki (Flickr it!) gehört ebenfalls zu einen der schönsten Vorstellungen auf dem Genfer Autosalon.
Mazda ist bekannt für seine Philosophie beim Fahrzeugbau. So will man bei dieser Studie die Leichtigkeit der Luftströmung und der fließenden Linien zeigen, denn Taiki steht im japanischen für den schützenden Mantel der Erdatmosphäre. Die Ozonic-Silver Lackierung erzeugt weiter den Eindruck einer schwebenden Schwerelosigkeit. Dieser Sportwagen der Zukunft aus der Nagare-Reihe ist ein Traum eines jeden Mannes, steckt hinter der welligen Oberfläche die Simulation von seidigen Gewändern genannt Hagoromo, die einer japanischen Legende nach einer himmlischen Jungfrau Flügel verleihen um auf die Erde hinabzuschweben. Aus diesem Grund lieben wir die Japaner. Sie verstehen es abstrakte Träume und fantastische Vorstellungen über den alleinigen funktional-rationalen Zweck von Automobilen, die zum Konsum hergestellt werden, hin zu einer Impression des manisch-fanatischen Geistes zu erheben, welcher uns aufzeigt, wie faszinierend Autobau sein kann.
Im völligen Gegensatz dazu steht folgendes Auto von Tata. Es ist der bald in Serie gehende Nano. Bevor ich aber näher auf dieses kleine smartähnliche Stadtei für sage und schreibe 5 Personen eingehe, informiert uns eine freundliche Frauenstimme um 19:00 Uhr, dass die Messe in einer Stunde für den heutigen Tag ihre Pforten schließt. Ich lege die Kamera beiseite und schlendere einfach ziellos durch die Ausstellungsräume umher, mal hier hinschauend, mal dort sich reinsetzend, einfach die Seele baumeln lassen, mal Konzepte Konzepte sein lassen und ohne Stress auch die anderen Messeobjekte anschauen während ich mich langsam auf den Ausgang zubewege. Nachdem ich mein eigenes Auto auf dem Parkplatz wiederfand, begab ich mich auf die Suche nach dem Hotel. Ibis Centre Gare soll es heissen und im Stadtzentrum nähe Bahnhof liegen, im strömenden Regen in einer fremden Stadt begebe ich mich im Abendverkehr auf die Reise dorthin und hoffe nicht im Einbahnstrassengewirr ortsfremd wie ich bin verloren zu gehen. Doch der kleine Strassenverzeichnis-Ausdruck von Falk reicht mir aus um die Rue Voltaire Ecke Rue Jean-Dassier zu finden, in der ich einen Parkplatz ergattere. Am Empfang dann die böse Überraschung … ich hätte gar nicht in dieser Filiale gebucht, sondern im Ibis am Flughafen … aha … ich lasse meinen mitleidigen Charme spielen und in schlechtem Englisch überzeuge ich die Rezeptionsdame mir doch in dieser Filiale ein Zimmer zu geben … geht doch eh in dieselbe Kasse, denke ich, sage es aber nicht … Gott sei Dank klappts. Sie ruft am Flughafen-Hotel an, bucht um und reguliert mich auf Stock 7 ihrer Filiale. So liebe ich es, Flexibilität par excellence, daran kann sich die Konkurrenz ein Beispiel nehmen. Schneller Check-in, hoch ins Zimmer, Sachen im Zimmer wahllos rumliegen lassen … endlich … runter …”Wo ist der nächste Chinese? Darf eh nur Suppe schlürfen aus bekannten Gründen! Ach … gleich ums Eck is er”, supi Wahl von mir … dieses Hotel … die 110 € Übernachtung sind es wert, denk ich. Hin zum Chinesen, 2 Hotsoursoups schlürf, und bevor sich die Chinetzen, um in den Paul Panzer-Jargon zu wechseln, ihr Karaoke-Stelldichein geben, schnell bezahlen, rauf ins Zimmer, den Tag langsam Revue passieren lassen und in sanfte Träume entschweb.
Der Tag 2 bringt nach dem Aufwachen gleich ein wenig Stress mit. Kostenlos parken darf ich nur bis 08:00 Uhr MEZ, ich runter, versuche auf französisch den Parkschein-Automaten zu verstehen, trotzdem schluckt er die beim Kiosk gewechselt Schweizer Franken nicht, obwohl ich hätte auch mit €uro zahlen können, merke ich dann. Die anderen Parkenden hatte alle Parkscheiben eingestellt … aha … also defekt … ich selbige … stelle die Parkuhr ein, spurte wieder ins Hotelzimmer, leg mich noch ne Stunde flach, schaue Morgenfernsehen, stehe auf, suche und packe die rumliegenden Sachen zusammen, checke aus, spurte zum Auto .. hä … Strafzettel … Frechheit! … Die Parkwächter sind doch überall die gleichen, auf die kann man sich verlassen, auch wenn sie nicht im Recht sind. Der Automat ist doch immer noch … in Funktion. Ich fange an an eine Verschwörung zu glauben, lasse mich aber nicht aus der Ruhe bringen, denn heute am 11.03. steht Halle 2 und 1 an der Reihe. Über die Rue de la Servette wieder zum Flughafen-und Messegelände, die Polizei lotzt mich mit Gewalt ins Messeparkhaus. später beim Bezahlen merke ich warum, hier kostet allein schon eine Stunde Parken 5 CHF im Gegensatz zur Tageskarte von 20 CHF am P47. Abzocke wo das Auge reicht. Nun gut, in 4 Stunden muss ich den restlichen Foto-Marathon erledigen um im finanziellen grünen Bereich zu bleiben.
Um 9:59 Uhr MEZ war ich denn wieder an dem bereits schon erwähnten Tata Stand 5032 vorbeigekommen auf meinem Weg in die Halle 2. Ich machte einen kleinen Schnappschuss des angekündigten [14] Nano. Dieses Auto ist 3,10 m lang, 1,50 m breit und 1,60 m hoch, wird in der Basisversion von einem 33 PS-starken 2-Zylinder Heckmotor angetrieben und soll 4 l/100 km Treibstoff benötigen. Der CO2-Aussstoß dieses Stadtflitzers soll bei 94,8 gr/km, also auch nicht unbedingt mehr als westliche Modelle dieses Formats. Für weltweiten Aufruhr sorgt eher der geplante Preis: 1700 € soll er kosten, also um das doppelte billiger soll er sein als das derzeit billigste chinesische Modell QQR des Herstellers Chery für 3400 €uro. Da klingeln bei Umweltschützern die Alarmglocken. Bei einem Wirtschaftswachstum in Indien von derzeit 8 % und in China von sogar 11 % könnten sich immer mehr Privathaushalte dieses kleine Ding leisten. Das würde die Autorate von derzeit nicht einmal 10 Autos/1000 Personen in Indien und China, im Vergleich dazu liegt im Westen die Autoquote zwischen 400-600 Autos/1000 Personen, auf ca. 100 Nanos/1000 Personen in Indien und in China sogar auf ca. 250 Nanos/1000 Personen bis zum Jahr 2050 prognostiziert, erhöhen. Eine Katastrophe für die Umwelt sagen die Klimaschützer, andere sehen diese Entwicklung eher mit differenzierter Betrachtungsweise. Wenn 1 Nano 2 Zweitakt-Roller “ersetzen würde”, die auf einer vergleichbaren Strecke viel mehr CO2 produzieren und in diesen Schwellenländer das Fortbewegungsmittel Nr. 1 ist, so würde der CO2-Haushalt nicht unweigerlich steigen. Die Diskussion darüber ist sehr polarisierend: Einerseits dürfen wir Westler nicht so arrogant sein, Mobilität als ein Privileg der Industriestaaten anzusehen, aber genauso oder sogar in einem höheren Maße für die Umweltverschmutzung verantwortlich zu sein, andererseits kann es nicht sein, dass in den Industriestaaten die Autohersteller ihre Preise für Fahrzeuge im Allgemeinen und für spritsparsame Modelle bzw. für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben im Besonderen immer höher schrauben und somit Thema Umwelt nur von Besserverdienden und Reichen getragen werden kann, und die Inder bauen derweil ein billiges Massenauto. Sei es wie es sei.
Volkswagen hat für mich um 10:10 Uhr in Halle 2 Stand 2161 trotzdem die endgültige Fassung seines irocs präsentiert. Der neue [15] Scirocco wird in Zukunft so aussehen. Ich kann nicht sagen, dass er hässlich ist, es ist schon in etwa das was man von der Umsetzung der Studie zu erwarten hatte. Die cube-stylische Microsite, die nur so nebenbei stark an den Aufbau der Microsite von Toyotas iQ Concept erinnert - hat man(n) da im Geburtsland des Automobils etwa ein ganz klein wenig von den Asiaten abgekupfert (?!) -, veranschaulicht uns ziemlich imprägnant die exterieur-designerischen Vorzüge des neuen Sportcoupés für Individualisten. Hinten ein ganz wenig breiter denn vorne, das Augenmerk fällt eher aufs Heck denn auf die Front, bei der Studie sah das noch ganz anders aus. Gut .. es ist ein Qualitätsprodukt von Volkswagen aus deutschen Landen, wir können nicht meckern und enttäuscht sein, bei mir bleibt einfach nur ein kleiner fahler Beigeschmack, dass die Studie dann doch viel sensationeller und kraftvoller aussieht als die Serie. Der iroc, der Vater des neuen Scirocco-Spirits, bleibt die Inspiration meines Blogs und ein unwiderruflicher Traum einer Konzeptlegende, die so leicht nicht mehr abgelöst wird.
Das wird auch die folgende Studie von Seat nicht ändern. Unweit des Mutterkonzerns postierte sich der “spanische Stier” mit einem neuen emotionalen Gefährt. Es ist bestimmt kein Zufall, dass die Einführung des neuen Sportcoupés von Volkswagen und die neue Studie [16] Bocanegra (Flickr it!) (10:165 Uhr MEZ) historisch zur gleichen Zeit die Showbühne betreten. Bocanegra heisst auf spanisch “schwarze Schnauze” und der Name ist passend. Der Kühlergrill im schwarzen Wabendesign wird von den schwärzlich mattierten Scheinwerfern flankiert. Die Studie hat Zackenlinien an den richtigen Stellen und wird stilistisch höchstwahrscheinlich in den Ibiza der 3. Generation einfliessen. Somit würde der Trend aller Hersteller ihre “Kleinen” wachsen zu lassen auch in Spanien fortgeführt. Opel hat es vorgemacht mit dem Corsa, Ford mit dem Fiesta, nun soll der Ibiza nachziehen. Auch beim Antrieb gehts sportlicher zu. Der 1,4 l TSI Twincharger Frontmotor aus dem VW-Bestand entwickelt 122 PS und wird durch ein neues 7-Gang-Direktschaltgetriebe gesteuert. Lenkrad-Schaltwippen und sportliche Schalensitze machen das Ganze wieder etwas formeliger.
Ein paar Schritte weiter neben Seat befand sich der Subaru Stand 2241. Um 10:21 Uhr sah ich hier wie Subaru die Zukunft sieht im [17] G4e Concept. Ein 5-türiger Kleinwagen mit einer einzelne Lithium-Ionen-Batterie, die vorne im Bild zu sehen ist und die mit einer Ladung das Fahrzeug 200 km weit bringen soll. Rein elektrisch ohne direkten CO2-Emissions-Ausstoß. Auch Subaru hat was aus ihrer letztjährigen Elektro-Studie R1e gemacht und das Äußere angepasst. Das Auto knüpft an an die Keilformgebung konkurrierender Hersteller, hat ein grünes Kleid, schwarzgetönte Scheiben und einen kleinen Dachspoiler, der für mehr Stabilität in den Kurven sorgen soll. Trotz ihrer geringen Reichweite ist die Studie gelungen und nicht zu verachten, großes Ausbaupotential hat dieses Vehikel allemal.
Dagegen kommt Opel mit einem konzeptionellen Update des Meriva am Stand 2231. Das [18] Meriva Concept (Flickr it!) um 10:31 MEZ sieht tatsächlich besser aus als das aktuelle Serienmodell. Doch, liebe Opels, FlexDoors, trotz neuen Namens und der beibehaltenen B-Säule, ist inzwischen keine bahnbrechende Innovation mehr, dass man auf der Genfer Motorshow extra alle 30 Minuten einen Entertainer engagiert, der uns vorführt was der Vorteil sich gegenläufig öffnender Türen im alltäglichen Gebrauch ist. Das haben schon Dutzende anderer Hersteller vor Jahren gezeigt, vielleicht nicht gleich in Serie gehen lassen, darin ließe sich natürlich endlich etwas ändern, sollte der neue Meriva überhaupt dieses patentierte Türensystem anbieten, aber viele sind schon weiter und erfinden völlig neue Türensysteme und -kombinationen als da wären der Dodge Zeo, Renault Megane Coupé Concept, Saab Aero X und so weiter und so weiter um nur ein paar Konzepte zu nennen. Ich lasse mich natürlich gerne eines Besseren belehren und bitte um Aufklärung.
Mitsubishi führt konsequent in Sachen Konzepte sein Ding durch. Auf ihrem Stand 2020 immer noch in Halle 2 zeigten sie uns wie das Stufenheck-Konzept Prototype-X 2007 (Flickr it!) und das Sportback Concept 2005 in einer Symbiose zum neuen Fließheck-Konzept [19] Prototype-S (Flickr it!) (10:39 Uhr MEZ) verschmelzen könnte. Mit nicht weniger als einem 240 PS 2,0 l Turbomotor will man(n) sich hier abgeben und wird dieses seriennahe Konzept in Kürze den Lancer Evolution vervollständigend auf den Markt bringen. Fließheck-Modelle werden wegen ihrer leichteren Zugänglichkeit zum Kofferraum immer beliebter, so ist die Ankündigung dieser Modellpalettenerweiterung nur logisch und sinnvoll.
Im Gegensatz dazu wird es die neue Supersportwagen-Studie [20] Quaranta (Flickr it!) von Italdesign Giugiaro (Stand 2140) weder in einer größeren noch in einer kleineren Serie geben. Das heisst aber nicht, dass wir diese Asphaltflunder nicht bewundern dürfen und ein paar Zeilen darüber verlieren.
Solch einen Sportwagen konnte man nur von Giugiaro erwarten. Die superflache Milchschnitte-Form, der 3,5-Sitzer ist gerade mal 1,23 m hoch, ist mitunter das windschnittigste was ich jemals bis jetzt gesehen habe. Wie beim abstrakten Querschnitt eines Samurai-Schwertes zieht sich in diesem Gebilde das schwarze Glasdach fast von der Fronthaube bis zum Heck. Kurz hinter den Insassen werkelt ein V6 Benziner, vorne in der Front ein Elektromotor, die Technologie stammt von Lexus. Damit soll der Quaranta mit seinem Ultraleichtgewicht von 1400 kg von 0 auf 100 in 4 Sekunden schiessen und eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h erreichen.
Durch die zentrale Position des Fahrers und die seitlichen Sitze im Cockpit kann man dabei die 3-köpfige Familie mitnehmen. Hinter dem Kopf des Fahrers befindet sich sogar die Möglichkeit im Kindersitz ein Kleinkind auf die rasante Autobahnfahrt mitzunehmen und sich sein Bäuerchen den Nacken runterfließen zu lassen. Spaß beiseite - die Anordnung der Sitze auf so engem Raum im Cockpit ist schon fantastisch. Genauso futuristisch ist der sämtliche Verzicht auf Rückspiegel, den rückwärtigen Verkehr beobachtet man auf Bildschirmen, die im Armaturenbrett links und rechts angebracht sind. Selbst auf dem Dach befindet sich eine rückwärts gerichtete kleine Kamera, die ihre Live-Bilder permanent an den Fahrer schickt. Denn bei diesem Geschoß wird man mehr Fahrzeuge hinter sich lassen, denn vor einem herfahren sehen. Die gesamte Cockpitkanzel wird hochgefahren um den Einstieg ins Innere zu ermöglichen. Auf dem Dach können sogar Solarpanelle angebracht werden zur zusätzlichen Stromversorgung, so hat man noch ein kleines Solarkraftwerk. Selbst ein Kofferraum ist vorgesehen, also kann man hier schon von einer Familienlimousine der anderen Art sinnieren.
Viel unspektakulärer und kommerzieller dafür ist folgendes Modell von Chevrolet (Stand 1230). Nach einer Konzeptflut der letzten Jahre, zeigt der amerikanische Autobauer mit seiner koreanischen Tochter noch einen Kleinwagen ihrer zukünftigen Modellpalette. Die Rede ist vom [21] Aveo 3P (Flickr it!), den ich Punkt 10:52 Uhr MEZ abgelichtet habe. Nebst dem europäischen Kleinwagenmodell Kalos und dem in Asien bald erhätlichen Beat wird der Aveo5 die amerikanische Modellpalette von Chevrolet vervollständigen. Auf der Genfer Messe wurde die 3-türige Version gezeigt, ab 2009 ist in den Vereinigten Staaten nebst den derzeitigen Großlimousinen auch die Zeit gekommen ein 5-türiges Modell im Kleinwagensegment zu etablieren.
Gleich neben Chevrolet hat der mächtigste Koreaner seinen Stand 1031 aufgebaut. Hyundai brachte uns diesmal wieder ein konzeptionelle Großmodell mit, den [22] HED-5 i-Mode (Flickr it!) (10:57 Uhr MEZ). Nach den 2007-er Studien Qarmaq (Flickr it!), Genesis, Veloster (Flickr it!) und i-Blue (Flickr it!) erscheint in diesem Jahr bei einem der produktivsten Automobilhersteller dieses 6-sitzige Vankonzept. Die Rüsselsheimer Hyundai European Design-Ingenieure legten sehr großen Wert auf konvexe und konkave Linien im Aussendesign. Neu sind auch die Materialien mit hohem Plastikanteil, die in diesem Fahrzeug verbaut wurden um das Gesamtgewicht zu reduzieren. Was schon bei Rinspeeds eXasis in Zusammenarbeit mit der Bayer MaterialScience AG ausprobiert wurde, findet auch mit der neuen transparenten Kunststoffverglasung Makrolon in dieser Studie ihren Weg. Das Dach besteht aus 2 Panoramadach-Streifen, die in der Mitte von der Dachkonsole getrennt werden. Daraus lassen sich im Interieur 2 kleinere Flats herunterklappen für die 2-te und 3-te Sitzreihe. Überhaupt wurde in diesem Konzept die kommunikationstechnologische Komponente sehr stark berücksichtigt: der Elektronikkonzern LG stattete die rollende Telefonzelle mit Webcams aus, die eine kabellose Bildübertragung und Konferenzen für Geschäftsleute ermöglichen soll. Man kann Videofilme anschauen, ins Internet gehen und der Anschluß für Spielkonsolen ist ebenfalls vorhanden. Ein neuartiges “Schwenk-Sitz-Konzept” ermöglicht die Drehung der Sitze in der ersten Reihe um mit den Mitreisenden der 2 hinteren Sitzreihen kommunizieren zu können, dadurch entsteht im Fond eine Dialoglounge-Atmosphäre.
Angetrieben wird diese Hightech-Zentrale von einem neu entwickelten 2,2 Liter-Common-Rail-Diesel mit Doppelturboaufladung. Das bringt 215 PS und die werden durch eine 6-Stufen-Automatik zur Entfaltung gebracht.
Erwähnenswert wäre auch, dass Hyundai nach dem Toyota-Vorbild und ihrer Luxus-Marke Lexus ebenfalls in Europa den Markt mit ihrem eigenen Prestige-Brand Infiniti erobern will. So befand sich deren Stand 1030 gleich neben dem Mutterkonzern.
Bevor ich am späten Vormittag so langsam die kleineren Aussteller ablaufen wollte, musste ich noch zuerst einen der ganz Großen in meinem Runabout besuchen. Um 11:10 Uhr MEZ war ich dann auch am Stand 1041 von Saab angekommen. Die brachten uns aus dem hohen Skandinavien gleich 2 Bios mit. Als erstes das [23a] 9-X BioHybrid Concept (Flickr it!). Eine kompakte 3-türige Limousine für 4 Passagiere, die vor Innovationen nur so strotzt. Die Frontansicht kommt uns bekannt vor, sie ist vom Aero X (Flickr it!) entliehen, nur dass hier im Kühlergrill der Saab-Schriftzug integriert wurde. Auch bei diesem Fahrzeug verzichtet man auf Rückspiegel, sondern setzt auf Rückfahrkameras die beim Einsteigen automatisch ausfahren und die Verkehrsbilder zentral ins Cockpit senden. Überhaupt hat sich Saab vom herkömmlichen und traditionellen Fahrercockpit-Design losgesagt und setzt auf eine dezentrale Anordnung der Bedienelemente und Info-Displays. Man entdeckt die Fahrertür als Sitz für zusätzliche Informationsschnittstellen, klingt gut, praktisch aber völlig untauglich, selbst bei einem kleineren Seitencrash ist das gesamte Panel hinüber und erhöht damit die Reparaturkosten, bei zentralen Instrumenten ist dies nicht der Fall. Nun gut, Konzepte sind dazu da neues auszuprobieren, die Alltagstauglichkeit spricht dann eine andere Sprache.
In Kooperation mit Sony wurde auch für dieses Modell eine Schnittstelle für Daten, Unterhaltung und Navigation entwickelt, die das junge und dynamische Zielgruppenpotential ansprechen soll. Saab legt durch seine Kenntnisse im Flugzeugbau sowieso sehr großen Wert auf Aerodynamik. So versucht man die Form des Fahrzeugs so glatt wie möglich zu gestalten und durch ausfahrbare Dachspoiler und Unterbodendiffusor ab 70 km/h und ab 100 km/h die Veränderung des Heckspoilers die Luftströmungen günstig umzuleiten um mehr Anpressdruck auf den Asphalt zu bringen, was bei gleichtzeitiger höherer Fahrstabilität den Verbrauch senkt. Der Sonnenkolektor auf dem Dach lädt sowohl bei Fahrt wie auch im Stand die Lithium-Ionen-Batterie auf, was zusätzliche alternative emisisionsfreie Energie liefert. Ansonsten setzt man auf ein GM-Hybridsystem aus Bio-Ethanol und E85-tauglichen Turbomotor und Elektromotor. Diese entfalten eine Gesamtleistung von 200 PS im Bio-Ethanol-Betrieb, im Superbenzin-Betrieb nur 170 PS. Je nach Treibstoffwahl kommt man von 0 auf 100 zwischen 7,9 und 8,3 Sekunden bei Höchstgeschwindigkeiten zwischen 226 und 231 km/h. Der Verbrauch läge bei 4,9 l/100 km (Benzin) und 6,4 l/100 km (E85) bei einem CO2-Ausstoß zwischen 105 und 117 gr/km. Schubschaltung und regenerative Bremsenergierückgewinnung senken den Verbrauch zusätzlich.
Das zweite mitgebrachte Konzept ist der große Bruder namens [23b] 9-4X BioPower Concept (Flickr it!). Das Crossover-Modell sieht viel seriennäher aus, das Cockpit und die eiskristallklare und transparente Kunststoffarmaturtafel beherbergt alle wichtigen Daten und Fahrfunktionen. Die Besonderheit für Skifahrer ist das zusammenklappbare und automatisch ausfahrbare Skiträger-System für bis zu 3 Skipaare samt Stiefelausrüstung. Das 2,0 Liter Vierzylinder-Turboaggregat ist ausgelegt für E85-Nutzung und bringt in diesem Modus starke 300 PS Leistung, bei Superbenzin reicht es immernoch für satte 245 PS. Damit spurtet er von 0 auf 100 in 8,0 Sekunden bei einer Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h. Der Verbrauch liegt kombiniert bei 10,5 l/100 km bei einem CO2-Ausstoß von 251 gr/km. Als Getriebe fungiert eine elektronisch gesteuerte 6-Stufen-Automatik und für Fahrdynamik sorgt der XWD (Cross-Wheel-Drive) Allradantrieb. Auch hier stand im Frontlook der Aero X Pate.
Alles in allem schloß dieser Elchbulle meine Genf-Besichtigung der großen Automobilhersteller ab und verstärkte die mit dem Kia Soul Concept begonnene Rundumsicht.
Bevor ich mich auf dem Weg nach Hause machte, schaute ich mir aber noch die Entwicklungen der Kleinserienhersteller an. Pininfarina zeigte uns um 11:37 Uhr MEZ dieses Jahr auf ihrem Stand 1241 ein echtes Konzept, den [24] Sintesi (Flickr it!). Hervorragendes italienisches Design eines Sportwagens mit 4-Elektro-Radnabenmotor-Antrieb für 4 Personen und 4 Flügeltüren. Große Glasflächen und runde Linienformen geben diesem Flachbau ein unvergleichliches Aussehen. Die 1,30 hohe Studie überragt den Quaranta gerade mal um 7 cm, bringt aber immer noch durch seine Elektro-Brennstoffzellen-Synthese eine Topspeed von 248 km/h bei einer Best-Beschleunigung von 7,8 Sekunden von 0 auf 100. Gut … für einen Supersportwagen von der Performance reicht es nicht, doch der Schwerpunkt lag bei diesem Fahrzeug von vornherein nicht auf eine Ultra-Motorisierung sondern auf sportlichen Fahrspaß für 4 Insassen und nicht nur für 2 wie es sehr oft bei Sportwägen der Fall ist. Mich überzeugts!
Sbarro hatte hingegen dieses Jahr auf seinem Stand 2244 keine Lust auf Autos, präsentierte uns zwar ein [25] Pendalauto (Flickr it!) (11:47 MEZ), das aber eher ein Motorrad mit 4 Rädern ist, denn ein einsitziges Auto ohne Dach. Man könnte darin auch ein futuristisches Rennquad sehen. Das Fahrwerk ist so konzipiert, dass es sich in Kurven automatisch in eine Seitenneigung legt.
Zagato zeigte auf seinem Stand 2256 im Gegensatz zur Genf Messe 2007 ein prunkvolleres und zeitgemäßeres Konzept. Dazu musste diesmal das Chassis eines Bentley Continental GT herhalten, dass in der Heckpartie eine starke Zagato-Modifizierung erhielt. Dieses trägt dann den Namen [26] Bentley GTZ (Flickr it!) (11:50 Uhr MEZ) und wartet leistungstechnisch mit den Werten des Ur-GT auf.
Als den absoluten Flop der Messe sehen wir folgendes Konzept an. Fioravanti enttäuschte mich persönlich um 12:08 Uhr MEZ als ich das letztjährige Modell Thalia (Flickr it!) diesmal in einer anderen Lackierung und lediglich ohne Dachaufbau erblickte. Man hat sich die Mühe gemacht dem Konzept einen neuen Namen zu geben - jetzt hieß es [27] Xidra (Flickr it!). Sollte der Leser bis hier durchgehalten haben im Text soll er sich ein eigenes Urteil bilden.
Ich gehe um 12:17 Uhr MEZ weiter zu einem innovativeren Aussteller, der jedes Jahr auf seiner Hausmesse in Genf die Besucher regelrecht schockt mit seinem Erfindungsgeist. Von wem könnte anderes die Rede sein, den von Rinspeed. Er lässt auf seinem Stand 6254 eines von Bonds 007 Filmautos Wirklichkeit werden und baut den [28] sQuba (Flickr it!). Gut … es lässt sich über die Tatsache diskutieren wie sinnvoll es ist mit einem Roadster im frisch gebügelten Armani-Anzug sich eine Sauerstoffflasche um den Kopf zu schnallen und dann durch den Genfer See zu fahren und danach pitschnaß am Pförtner vorbei zur Sektbar des Hilton zu laufen und einen Wodka Martini geschüttelt nicht gerührt zu bestellen. Das ist witzig im Marketing-Video inszeniert, der Schwerpunkt liegt aber eher auf der high-technischen Umsetzung eines Amphibienfahrzeugs, das, finde ich, vom optischen her durchaus seine Reize besitzt.
Ich fasste so langsam gegen 12:30 Uhr den Entschluß das Sehenswerteste des Autosalons 2008 gesehen zu haben, schaute auf meinem Abgang noch bei Magna Steyr vorbei, die auf ihrem kleinen Stand 6260 dieses pfiffige alpine Snowmobil namens [29] Mila (Flickr it!) zeigten. Es handelt sich um ein kleines Offroad-Fahrzeug für 4 Personen mit Flügeltüren und der Möglichkeit alternative Antriebe je nach Bedarf zu implementieren. Es ist ausgelegt für schneereiche Regionen.
Mit einem Fotoapparat voller Bilder und Impressionen wurde es so langsam Zeit sich von der inzwischen vollen Messe gegen Mittag zu verabschieden und sich auf den Nachhauseweg zu machen.

Abschließend kann ich sagen, dass sich der Besuch dieser Messe lohnt. Im meinem 2 Besuchsjahr vom Genfer Auto-Salon bin ich überzeugt eine der besten Motorshows weltweit erlebt zu haben. Ich kann nur jedem Leser dieses Artikels, jedem fanatischen Conblogger, jedem Autofan und Technikfreak empfehlen diese Ausstellung zu besuchen.
Jedoch sollte er das auf alle Fälle mit einem funktionierenden Luftmassenmesser tun, denn von einem 20 Meter langen höchstwahrscheinlich noch beladenem 40-Tonner auf einer Bergsteigung mit 80 km/h überholt zu werden, kann das Selbstwertgefühl jedes Autofahrers, der auf dem Rückweg einer Automesse der Spitzenklasse ist, im Nu zu Boden sinken lassen. Von der Verkehrsbehinderung mal ganz abgesehen. So war die Reparatur des Schadens meine erste Amtshandlung als ich wieder gesund und munter im Schwabenländle angekommen bin.
Ich hoffe, dass ich mit meinem Runabout-Report ein wenig informieren und unterhalten konnte und denke, dass es bis zur nächsten Messe, spätestens im Jahr 2009, nun viel zu tun gibt. Nehmens wir in Angriff.
Euer conhunter
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