Überbrücken und abschleppen
Bei einer Starthilfe per Kabel reicht für die meisten Benzinmotoren ein Kabel-Querschnitt von 16 Quadratmillimetern (mm²). Bei größeren Benzinern und bei Dieselmotoren sollten es schon 25 mm², für Dieselmotoren mit mehr als drei Litern Hubraum 35 mm² sein, denn Diesel oder starke Benziner benötigen mehr Strom zum Starten. Kleinere Kabel können bei der Übertragung solcher Strommengen durchbrennen. Es ist möglich, mit einem Benziner einem Diesel-Fahrzeug Starthilfe zu geben, dabei ist es jedoch besonders wichtig, genug Gas zu geben, damit die Geber-Batterie nicht ebenfalls entleert wird.
Und so wird Erste Hilfe geleistet: Zunächst die Autos dicht nebeneinander rangieren, beide Motoren abstellen, Gang herausnehmen, Handbremse ziehen und darauf achten, dass alle Verbraucher (Radio, Licht, Heckscheibenheizung) ausgeschaltet sind. Das rote Plus-Kabel zunächst an der leeren, dann an der vollen Batterie anschließen. Das schwarze Minus-Kabel kommt an den Minuspol der vollen Batterie. Das andere Ende klemmt man an ein unlackiertes Metallteil im Motorraum des Fahrzeugs mit der leeren Batterie.
Zuerst das Fahrzeug mit der vollen Batterie starten und etwas Gas geben, ungefähr 2000 Umdrehungen pro Minute sollten anliegen. Anschließend das Fahrzeug mit der leeren Batterie starten. Läuft der Motor, sollte man die Klemmen nicht sofort entfernen, sondern beide Motoren etwa drei Minuten lang laufen lassen, um die leere Batterie zumindest etwas aufzuladen.
“Bei dem Fahrzeug mit der leeren Batterie sollte anschließend ein großer Stromverbraucher - beispielsweise die Scheinwerfer - eingeschaltet werden, um beim Entfernen der Kabel Spannungsspitzen zu vermeiden”, rät Wimmelbücker. “Diese können gerade für moderne Fahrzeuge mit ihrer Motorelektronik gefährlich werden.” Vorsicht beim Entfernen der Kabel: Je nach Querschnitt der Kabel und Dauer der Starthilfe können die Klemmen heiß geworden sein. Die Kabel werden in umgekehrter Reihenfolge entfernt, also erst das schwarze Minuskabel vom Motorblock des Fahrzeugs mit der leeren Batterie und dann vom Minuspol der vollen Batterie, anschließend das rote Plus-Kabel von der vollen und der leeren Batterie.
Durch Anschieben oder Anschleppen lassen sich nur Fahrzeuge mit Schaltgetriebe starten. Bei Automatikgetrieben ist diese Version der Starthilfe nicht möglich. Wichtig ist zunächst, das liegen gebliebene Fahrzeug abkühlen zu lassen: Ist der Katalysator beim Anschieben oder Anschleppen noch heiß, kann unverbrannter Kraftstoff in den Katalysator gelangen und ihn zerstören. Wichtig ist zunächst, die Zündung einzuschalten, um das Lenkradschloss zu öffnen. Während das Fahrzeug geschoben wird, kuppelt der Fahrer im zweiten Gang kurz ein, gibt etwas Gas und kuppelt sofort wieder aus, während er den Motor durch Gasgeben am Laufen hält.
Beim Anschleppen werden beide Fahrzeuge mit einem Seil oder besser einer Abschleppstange verbunden. Die Zündung des geschleppten Fahrzeugs muss eingeschaltet sein, weil sonst das Lenkradschloss einrasten kann und das Fahrzeug sich nicht mehr lenken lässt. Nach dem möglichst ruckfreien Anfahren sollte der Fahrer des geschleppten Autos bei etwa 30 km/h kurz einkuppeln. Sobald der Motor läuft, sollte er wieder auskuppeln, aber weiterhin Gas geben. Sowohl bei der Starthilfe per Kabel als auch beim Anschieben und Anschleppen kann man durch Fehler teure Schäden verursachen. AvD-Mann Wimmelbücker rät daher technisch weniger versierten Autofahrern, im Zweifelsfall lieber professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
textquelle: ddp
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Mir ist vor einigen Tagen Ähnliches passiert: Die Batterie hatte keinen Saft mehr und ich musste die ADAC-Pannenhilfe zwecks Überbrückung rufen. Vor allem Kurzfahrten (z. B. zur Arbeit und zurück) machen den Autobatterien besonders in Dieselfahrzeugen in kälteren Novembertagen zu schaffen.
Ganz wichtig: Solltest du eine codegesicherte Audioanlage im Auto haben, immer gleich deinen richtigen Code zwecks Decodieren zur Hand haben, da das Autoradio sobald es von der Autobatterie abgeklemmt wird unbrauchbar bleibt.
Ansonsten: In kalten Wintertagen mal öfter die Oma im 100 km entfernten Wohnort besuchen um die Batterie aufzuladen. Laut dem ADAC-Fachmann gibt es aber auch noch die umweltschonendere Möglichkeit sich eine Solarplatte z.B. bei Conrad Electronics zu holen, die über den Zigarettenanzünder eine konstante Spannung in der Autobatterie hält. Zum Anlassen des Motors reicht dann die Batterieleistung auch im Winter. Bei genaueren Infos meld ich mich wieder!