iQ - eine Studie wird Wirklichkeit
Das Ergebnis ist 2,99 Meter kurz und bietet ausreichend Platz für drei Erwachsene und ein Kind oder etwas Gepäck. Komplett garniert mit ESP sowie neun Airbags bietet der Winzling darüber hinaus Komfort-Features, die selbst in der zwei Segmente höheren Kompaktklasse nicht selbstverständlich sind. Auch der Fahrspaß kommt nicht zu kurz, da dank der extrem kurzen Überhänge vorn und hinten sich die Masse des Fahrzeugs zwischen den Vorder- und Hinterrädern befindet und sich so ein angenehmes Go-Kart-Feeling ergibt. Doch nicht nur in Kurven ist der iQ in seinem Element, ebenso beim Geradeauslauf gibt es nichts zu mäkeln.
Nur 19 Zentimeter länger als der zweisitzige Smart bietet der iQ - i steht für Innovation, Q für Qualität - nicht nur erheblich mehr Platz, sondern wirkt weitaus erwachsener als der Mini aus Stuttgart. Das liegt an seiner eigentlich nicht proportionsgerechten Breite von 1,68 Metern sowie Höhe von 1,50 Metern und der dynamischen Front, in der die Bi-Halogen-Scheinwerfer weit in die Motorhaube und Kotflügel hineingezogen sind. Dennoch wird das Design nicht jedermanns Geschmack sein, polarisiert es doch stark.
Die beeindruckende Raumausnutzung erreichten die Konstrukteure durch eine Abkehr von klassischer Bauweise. So ordneten sie das Differenzial nicht hinter, sondern vor dem Motor und die Lenkung nicht hinter der Antriebseinheit, sondern höher an der Spritzwand an. Allein diese Bauweise führte zu einer Verkürzung des Motorraums um zwölf Zentimeter. Eine extrem kleine Klimaanlage, verschlankte Rückenlehnen, die Verbannung des nur zwölf Zentimeter hohen Tanks unter den Fahrzeugboden und vor allem das asymmetrische Armaturenbrett schaffen weiteren Platz. Durch die Eliminierung des Handschuhfachs konnte das Panel auf der Beifahrerseite deutlich weiter vorn als auf der Fahrerseite platziert werden.
Ergebnis: Das Gestühl kann weit nach vorn geschoben werden, was wiederum Platz für den dahinter sitzenden Mitfahrer schafft. Hinter dem guten Seitenhalt bietenden Fahrersitz geht es erheblich enger zu, so dass hier nur ein kleineres Kind sitzen kann. Insgesamt hat Toyota damit ein neues Raumspar-Paket entwickelt, das sicher seine Nachahmer finden wird. Werden alle vier Plätze genutzt, schrumpft der Kofferraum allerdings auf winzige 23 Liter. Wer sich mit zwei Plätzen begnügt, kann durch leichtes Umklappen der Rücksitze das Volumen aber auf 238 Liter erhöhen. Die Ausgestaltung des Innenraums ist trotz reichlich Hartplastik ebenfalls zu loben. Die Materialien wirken wertig und sauber verarbeitet. Die Instrumente hat der Fahrer gut im Blick und die Bedienelemente sind weitgehend selbsterklärend.
Für den Vortrieb sorgen der aus dem Aygo bekannte 1,0-Liter-Benzinmotor (68 PS) mit Fünfgangschaltgetriebe sowie ein 1,4-Liter-Dieseltriebwerk (90 PS) samt Sechsganggetriebe. Der Dreizylinder-Benziner läuft vibrationsarm und bringt bei einem Verbrauch von 4,3 Litern Superbenzin auf 100 Kilometer (Werksangabe) den Cityfloh ausreichend flott in Trab, während der Selbstzünder mit modernster Direkteinspritzung und Partikelfilter nicht nur wegen seiner Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h fast schon ein wenig übermotorisiert wirkt. Aber auch er geizt beim Verbrauch, der von Toyota mit vier Litern angegeben wird, was einer CO2-Emission von nur 104 Gramm pro Kilometer entspricht.
Keineswegs geknausert wurde bei der serienmäßigen Ausstattung. Klimaanlage, Zentralverriegelung, ein CD-Radio, elektrische Servolenkung und Leichtmetallräder vermitteln Komfort wie in der Kompaktklasse. Für all das muss der potenzielle Kunde allerdings recht tief in die Tasche greifen: 12 700 Euro und mithin deutlich mehr als beim größeren Aygo (9350 Euro) möchte der freundliche Toyota-Händler einkassieren. Der selbstbewusste Preis mag gerechtfertigt sein, passt aber wohl kaum ins derzeitige wirtschaftliche Umfeld.
textquelle: ddp
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