Bedienungsanleitungen besser als ihr Ruf

Freude am Fahren

05.09.2009 | Die Bedienungsanleitungen gängiger Mittelklassefahrzeuge sind besser als ihr Ruf. Die meisten sind verständlich und übersichtlich, haben aber teilweise eklatante Schwächen im Detail. Das ergab der erste Test von Bordbüchern durch das Magazin “auto motor und sport” und die Prüforganisation Dekra.

Audi holte sich mit dem Bordbuch des A4 den Testsieg. Punktabzüge gab es nur für Details. So ist das Kapitel Sicherheit im Anschluss an die Bedienungshinweise untergebracht. Von der logischen Abfolge her sollte es davor stehen, um Fehlbedienungen zu verhindern. Die Schriftgröße sei in einigen Abschnitten so klein, dass man sich eine Lupe wünsche, kritisierten die Tester weiter. Außerdem erschwere der zweispaltige Text im Flattersatz die Lesbarkeit.

Den zweiten Platz schaffte das Bordbuch des BMW Dreier. Das Bordbuch der Mercedes C-Klasse landete mit guter Übersichtlichkeit, einfacher Nutzerführung und Verständlichkeit der Information auf dem dritten Platz. “Allerdings gibt es einige starke Schwächen in wichtigen Details”, urteilten die Gutachter. Wenn ein Fahrer etwa beim Tanken im Handbuch Antwort auf die Frage suche, welches Motoröl er nachfüllen dürfe, werde er scheitern. Mercedes verweise im Bordbuch zur Klärung auf eine unübersichtliche Homepage, auf der man das freigegebene Schmiermittel unter Angabe der “MB-Blattnummern” finden könne.

Größere Schwächen weisen dagegen die nächstplatzierten Bedienungsleitungen auf. Das Bordbuch des Mazda 6 (Rang vier) ist von Sicherheitshinweisen überfrachtet, die als selbstverständlich gelten dürfen - wie etwa der Hinweis, dass mit einem Sicherheitsgurt nur eine Person gesichert werden darf. Die Erläuterung, wie der Tageskilometerzähler auf Null gestellt wird, nehme eine halbe Seite ein. Mit einem “befriedigend” kam die Anleitung des Alfa Romeo 159 auf Platz fünf. Die Informationen seien auf zwei Bücher verteilt, die Aufteilung sei nicht ganz einleuchtend. Auf drei Bücher verteilt ist die Anleitung des sechstplatzierten Chevrolet Cruze. Es gebe Probleme mit der Seitennummerierung, das Stichwortverzeichnis verweise teilweise auf falsche Seiten. Schlusslicht des Tests wurde das Handbuch des Citroën C5. Mal seien die Display-Darstellungen in Französisch, mal in Deutsch gehalten, monierten die Tester. Und: “Beim Lösen von Alltagsproblemen wie dem Finden des Ölmessstabes sorgt für Verwirrung, dass der abgebildete Motorraum anders aussieht als in der Realität.”

textquelle: ddp

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