Chrysler [CHR] (1)
Chrysler - Engineered beautifully
Chrysler ist in Europa aber erst seit der Fusionierung mit der Daimler-Benz AG - aus welcher daraufhin DaimlerChrysler AG wurde - richtig bekannt geworden. Auf dem amerikanischen Kontinent hat diese Marke eine ganz eigene interessante Unternehmens- und Erfolgsgeschichte vorzuweisen.
Die begann ursprünglich mit dem Eisenbahningenieur Walter P., der sich 1905 sein erstes Auto kaufte, es privat in seiner Werkstatt ca. 25-mal in seine Einzelteile zerlegte um daraufhin ein Modell unter dem eigenen Namen Chrysler Six 1924 im Foyer des New Yorker Commodore-Hotels ausstellte, nachdem man ihm die Teilnahme an der Automobil-Ausstellung verweigert hatte, da es sich um ein Einzelstück und kein Serienprodukt handelte. Er verkauft noch im selben Jahr sagenhafte 32.000 Exemplare, macht eine einjährige Blitzkarriere bei Buick und General Motors, gründet ein Jahr später aus der sanierten Maxwell Motor Corporation die Chrysler Corporation.
Nach nur einem Jahr entsteht ein Händlernetz in den USA von 3800 Händlern und einem zu dieser Zeit sagenhaften Profit von 17,4 Millionen Dollar. Damit lässt sich durch einen Aktientausch die Dodge Corporation kaufen, die auch heute noch als Tochterunternehmen im Chrysler-Konzern zuhause ist. Dadurch gehört Chrysler neben General Motors und Ford plötzlich zu den Big Three der amerikanischen Automobilwirtschaft. Dafür braucht man natürlich eine große Schaltzentrale und die entsteht durch das Chrysler Building 1929/30 in Manhattan.
Als echte Meilensteine in der Geschichte des Automobilbaus führt Chrysler 1931 die als Floating Power bezeichnete Abtrennung des Motors vom Chassis, was für weniger Vibrationen im gesamten Fahrzeug sorgt. 3 Jahre später kreiert man das erste im Windkanal entstandene Auto namens Airflow. Der Heckmotor kommt nach vorne, ein Kofferraum entsteht und eines der ersten Automatikgetriebe werden eingebaut. 1941 entwirft man ein Concept Car namens Thunderbolt, das erste Cabrio mit einem elektrischen Hardtop und einem Aluminium-Chassis. Kurz vor Kriegsende 1945 entsteht das Town & Country Convertible Coupé Cabrio im Woody-Look mit einer seitlichen und hinteren Edelholz-Karosserie.
In den 50er Jahren prägt die Heckflosse das Automobildesign und Chrysler setzt voll auf diesen Trend. 1951 wird die Servolenkung erfunden und in die Serie integriert, im gleichen Jahr revolutioniert das HEMI-V8-Triebwerk mit halbsphärischen (kugelförmigen) Brennkammern die Motorenentwicklung. Mit diesem Aggregat baut man 1955 mit 300 PS die stärkste Serienlimousine damaliger Zeit, den C-300 und gewinnt mit der Sportversion die Hälfte der 40 NASCAR-Rennstrecken. Chrysler wird daraufhin von der NASCAR-Organisation vom weiteren Rennverlauf ausgeschlossen. 1957 besitzt der Dart das größte Heckflossen-Design aller Zeiten und ever seen. 1958 entwickelt Chrysler als erster das Tempomat für eine automatische Geschwindigkeitskontrolle und höheren Fahrkomfort. Seit 1954 versucht man Turbinenantriebe als Alternative zum herkömmlichen Motor in Autos serienfähig zu machen. 1961 begeistert man auf Motorshows mit dem Concept Car Turboflite, ein ziemlich futuristisches Design mit rundum durchgehender Glaskanzel, riesiger Heckflosse und fehlenden vorderen Radkästen. Chrysler macht 1968 im NASA-Raumfahrtprogramm mit und entwickelt in Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen die Trägerraketen Saturn 1B. 1973 führt man die aus dem Flugzeugbau bekannte elektronische Zündanlage auch im Automobilbau ein.
1978 wird der finanziell schwer angeschlagene Konzern von Lee A. Iacocca und der US-Regierung unter Jimmy Carter mit Milliarden-Investitionen saniert und auf neuen Kurs gebracht in der Modellentwicklung. 1981 wird die Plattform-Strategie im Konzern eingeführt und das K-Car lässt es zu durch hohe Kostenersparnisse verschiedene Fahrzeugkonzepte auf Basis einer einzelnen Plattform zu produzieren. Die Heckflossen-Manie ist überstanden und die runden Karroserien werden durch die eckige Käfigbauweise abgelöst. Dadurch entstehen die für die 80er Jahre so berühmt-bulligen und kantigen Limousinen. 1983 verbindet man die Vorzüge eines Kleinbusses mit der einer Limousine und erschafft mit dem Voyager ein völlig neues Fahrzeugsegment - die Minivans.
Die 90er Jahre stehen bei Chrysler für Aufschwung, neue Ideen, Entwicklung und den Bau des Chrysler Technology Center (CTC) in Auburn Hill, Michigan im Jahre 1992. Dieses Zentrum bringt eine große Anzahl Concept Cars hervor von denen einige den Weg in die Serie schaffen. 1998 kommt man mit dem 300M auf den Markt und fusioniert gleichzeitig mit dem berühmten Stern aus dem Schwabenländle und wird zu DaimlerChrysler. Eine unglückliche Allianz wie sich fast ein Jahrzehnt später für den Schwaben herausstellen wird. Dennoch gehört man nun zum drittgrößten Global Player nach General Motors und Toyota. 1999 feiert Chrysler sein 75-jähriges Jubiläum, der 300M wird in Amerika von der Presse zum “Car of the Year” gekürt.
2000 erblickt der PT Cruiser das Licht der Welt, darin kommen zum ersten Mal Dieseltechnologien von Daimler-Benz zum Einsatz. 2001 geht die Voyager / Grand Voyager in ihre 4-te Generation mit brandneuem 2,5 l Common Rail Diesel. 2003 kommt ein völlig neues Modell auf den Markt, der Sebring und das Cabrio dazu. Im gleichen Jahr wird das Concept Car Crossfire als Serie eingeführt. Damit mischt Chrysler kräftig im Coupé-Segment mit und zeigt Audis TT die Zähne. Ein Jahr später darf natürlich die Roadster-Version des Crossfire nicht fehlen. Die Ähnlichkeiten mit der SLK-Klasse aus dem Hause Mercedes-Benz sind frappierend. Wenn man schon in Cabrio-Laune ist, wird der PT Cruiser 2004 auch noch modifiziert und ohne Dach angeboten. Als neue Luxuslimousine geht der 300C als Stufenheck- und Touring-Version. Damit positioniert sich Chrysler strategisch für die kommenden Jahre im weltweiten Kampf um Marktanteile und Fahrzeugabsatz.
Konzeptionell macht Chrysler eine Menge. Nicht nur, dass man seit den 90er Jahren eine Vielzahl an Concept Cars entworfen hat, es wird fleißig weiterentwickelt und eines der Modelle konnten wir von Concars ebenfalls vor die Fotolinse bekommen.
H6/S6441/D100308/T17:47MEZ
Was den Antrieb angeht spart auch Chrysler nicht mit Alternativen: Der Eco Voyager soll mit seinem E-Motor 64 km weit kommen, das Lithium-Ionen-Batteriepack liefert 200 KW und soll eine Beschleunigung von 0 auf 100 in 8 Sekunden erzeugen bei einer Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h. Die Reichweite wird durch eine Brennstoffzelle auf 500 km erhöht. Chrysler setzt somit im Kampf um die Zukunft unserer Umwelt immer mehr auf E-Motor und Brennstoffzellen-Hybriden im Gegensatz zu anderen Unternehmen. Nebst einem Geländefahrzeug und einer Reiselimousine also sorgte denn Dodge für das Adrenalin im Blut.
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