KTM [KTM] (1)

KTM - Ready to race

KTM LogoEigentlich wird der Name KTM eher Motorradfahrern ein Begriff sein denn Autofahrern. Handelt es sich hier um den österreichischen Mototrad-Hersteller schlechthin. Ihre Anfänge hatte das Unternehmen schon 1937 vor dem 2. Weltkrieg als Hans Trunkenpolz in Mattinghofen eine Schlosserwerkstatt aufmachte. Gleich 1 Jahr darauf vertreibt Hans Trunkenpolz DKW-Motorräder. DKW kennen wir immer noch als einen der Markenstammbäume und olympischen Ring bei der Audi AG.

Durch den 2. Weltkrieg kam der Motorradmarkt zum Erliegen und das Unternehmen meldete sich erst wieder zurück auf dem Markt 1951 mit dem ersten großen eigenen Motorradprojekt, einem Leichtmotorrad mit 98 ccm. 1953 läuft die erste Serienproduktion an unter dem Markennamen KTM (”Kronreif, Trunkenpolz, Mattinghofen”). Gleichzeitig steigt KTM direkt ins Renngeschäft ein und erobert sofort die ersten Plätze.
1955 wird das 125 ccm-Modell KTM Tourist entworfen und damit steigt man(n) auch in den Straßenrennsport ein. 1957 entwickelt man eine neue 125 ccm Version namens Trophy und bringt den ersten Motorroller Mirabell auf den Markt. 1959 wird durch eine Krise auf dem Zweiradmarkt die Produktion von Motorrädern eingestellt, bringt aber parallel dazu den Pony-Roller und das erste KTM Mofa heraus.

1963 ist die Krise überstanden und die Modellpalette wird um ein weiteres Motorrad erweitert - der Comet. 1964 beginnt man auch Fahrräder zu bauen, steigt wieder in den Motorradsport ein und gründet das erste KTM Werksteam. 1966 produziert man das 10.000-ste Comet-Moped und gewinnt bei den internationalen Six Days Rennen in Schweden die Goldmedaille. 1968 wird das erste USA-Exportgeländemodell Penton Six Days hergestellt.

1970 stellt man inzwischen eigene 250 ccm-Motoren her und ein Jahr später besteht die Belegschaft inzwischen schon aus 400 Mitarbeitern. 1973 beginnt man mit der Serienproduktion des Modells 250 (Cross & Enduro) und holt erste Punkte und Siege bei der WM. 1974 bietet KTM inzwischen 42 verschiedene Motorrad-Modelle an und erweitert die Palette um ein weiteres Modell namens Hobby. Der Russe Gennadij Mojseev gewinnt den ersten 250er Motocross WM-Titel für KTM. 1975 stellt man das Straßenmodell Comet Grand Prix 125 RS vor. 1976 stellt man das erste eigene 125 ccm-Modell her. 2 Jahre später expandiert man mit einer Filiale in den USA, Gennadij Mojseev holt den dritten WM-Titel.

1980 ändert man den Firmennamen in KTM Motor-Fahrzeugbau KG. Man verbessert die bestehenden Modelle technisch. 1981 produziert man die ersten wassergekühlten 125er MX-Maschinen und exporiert bereits in 13 Länder. 1982 entwickelt man als erster Anbieter einen 4-Takt-Motor mit Wasserkühlung. 1985 stellt man die 100.000-ste Maschine her. 1987 beginnt die erste Serienproduktion von 4-Takt-Motoren, man stellt 98.000 Kühler her, 93.700 Fahrräder, 12.600 Mopeds und 10.600 Motorräder. 1988 wird die Rollerproduktion eingestellt. 1988 feiert man weitere große Erfolge im Rennsport, der Firmenchef Erich Trunkenpolz stirbt.

1991 meldet die KTM Motorfahrzeugbau AG Konkurs an. Sie wird aufgesplittet in Einzelunternehmen für Kühler, Fahrräder, Motorräder und Werkzeugbau. 1992 startet die KTM Sportmotorcycle GmbH mit neuer Geschäftsführung, neuem Hard Enduro Konzept und neuem Design. 1994 wird aus der GmbH eine AG, man beschäftigt wieder nur 212 Mitarbeiter und beginnt mit der Serienproduktion der Duke Serie als Straßenmodell. Nach der AG-Gründung geht man auf Einkaufstour und ersteigert die schwedische Husaberg Motor AB und White Power Suspension. 1994 geht der erste LC4-Motor mit E-Starter in Serie. 1997 führt man das Straßenmodell LC4 Supermoto und das erste Reisemotorrad LC4 Adventure. 1998 wird KTM England gegründet. 1999 wird die KTM Spanien gegründet und zieht sich von der Börse zurück.

Zur Jahrtausendwende gründet man KTM Frankreich und holt 6 WM-Titel in verschiedenen Klassen. 2001 zieht man ins neue Ersatzteillager in Mattinghofen ein, ein Jahr später ins neue Motorrenwerk in Munderfing. 2003 wird die 950 Adventure eingeführt und die 990 Duke vorgestellt. Ein neues Entwicklungszentrum in Mattinghofen entsteht. Man hat 70.514 Motorräder weltweit abgesetzt und einen Rekordumsatz von 376 Millionen Euro erzielt. WM-Titel sind die Regel. 2004 folgt die Markteinführung der 990 Super Duke, Vorstellung der 990 RC8 Venom und 950 Supermoto. 2005 kommt die 950 Supermoto, Vorstellung der 990 Adventure und der 950 Super Enduro R. 80.356 Motorräde werden weltweit abgesetzt und ein neuer Umsatzrekord von 451,2 Millionen Euro aufgestellt. 2006 knackt man sogar die 500 Millionen Euro Umsatzgrenze und führt weiter fleißig neue Modelle ein.

Doch das interessiert uns Autofanatiker und Konzeptliebhaber eigentlich gar nicht. Für uns Conblogger beginnt die KTM-Historie erst ab dem Jahr 2007 mit der Vorstellung der ersten 4-rädrigen Studie namens X-Bow.

Der orangene Jagdbogen
X-Bow (2007 | Sportwagen)
2007 zeigte die österreichische KTM Motorradmanufaktur auf dem Auto-Salon Genf ihr erstes 4-rädriges Automobilkonzept namens X-Bow.

KTM X-Bow

Wie man unschwer erkennen kann handelt es sich hier nicht um eine gewöhnliche Straßenlimousine mit Kofferraum und Türen. Auch 4 Sitze sucht man vergeblich. Es ist vielmehr ein Sommerauto für 2 Personen ohne Überdachung. Man kann hier auch von einem überdimensionierten 2-sitzigen Go-Kart reden, das aber erstaunliche Performance-Werte mit sich bringt. Neben dem markenüblichen orangenen unvergleichlichen Motorrad-Karosseriedesign von KTM verbaut man darunter einen Audi TFSI-Vierzylinder-Benzinmotor. Der bringt sage und schreibe 240 PS (177 kW) Leistung bei 5500 U/min auf die Hinterräder und sorgt neben der aus der Formel 1 bekannten Kohlefaser-Monocoques-Leichtbauweise dafür, daß man von 0 auf 100 km/h in 3,9 Sekunden sprintet bei einer Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h. Bei einem Gesamtgewicht von gerade mal 790 kg ergibt das ca. 3,3 PS/kg. Echt brutal!

Die Highlights des X-Bows im Überblick

  • das erste Auto des Motorrad-Herstellers KTM
  • Monocoque-Leichtbauweise, 790 kg Eigengewicht
  • von 0 auf 100 in 3,9 Sekunden
  • spektakuläres Go-Kart-Design für die Straße
  • Audis TFSI 4-Zylinder-Motor mit 240 PS

Da kann man(n) schon hohe g-Kräfte und Beschleunigungswerte erwarten. Wer aber Komfort und hohe entspannte Reisequalität erwartet, muss sich bei diesem Fahrzeug über eines im klaren sein: Es fehlen sowohl komfortable gepolsterte Sitze, die Einzel-Schalensitze sind fest mit der Karosserie verbunden, dafür können die Pedalen an die Große des Fahrers bzw. der Fahrerin angepasst werden. Auch ein Dach ist nicht vorhanden, bei plötzlich auftretenden Regenfällen sollte man lieber eine Unterstellmöglichkeit suchen, obwohl das gesamte Interieur natürlich wasserfeste Oberflächen hat. Viele Schalter, Displays und Klimaregler entfallen ebenfalls, über ein einziges Display bekommt der Lenkende nur die nötigsten Fahrzeugdaten. Auch eine Windschutzschiebe hat man weggelassen. Zwar will KTM bei einer Serienherstellung für Audioanlage und Mobiltelefonanschlüsse sorgen, das kann aber über die puristische Bauweise der von KTM-Motorrädern schon bekannten Floating Elements nicht hinwegtäuschen. Diese Flunder mit freistehenden Rädern soll für puren Fahrspaß sorgen ohne viel elektronisch-technischen Schnickschnack, welchen man von üblichen Sportwägen gewohnt ist.

Ob dieses Konzept von KTM aufgehen wird, wird sich auf dem freien Markt erst beweisen müssen. Der Andrang und das Interesse auf dem Genfer Auto-Salon war jedenfalls gegeben. Wir dürfen gespannt sein, wie sich das erste KTM-Auto auf der offiziellen Straße und nicht auf abgesperrten Rennstrecken machen wird.

[i-Spot] X-Bow-Video ansehen
[i-Links] Mehr zu diesem CC auf: autobild.de Fahrbericht News | auto-motor-und-sport.de News Fotoshow | auto-news.de News | auto-presse.de News | conceptcarz.com Datenbank | lycos.de News | yahoo.com News

Verwandte Artikel

Kommentare

Schreibe einen Kommentar