Nissan [NIS] (2)

Nissan - Shift_Convention

Nissan Logo | Click for history >>>Einer der “kleineren” aber nicht zu verachtenden japanischen Automobilherstellern nebst Toyota, Mazda & Co ist die Nissan Motor Co. Ltd. mit Hauptsitz in Yokohama, Japan. Doch auch dieses Unternehmen hat eine Firmengeschichte, die bis jetzt mehr als ein halbes Jahrhundert fortbesteht.

Begonnen hat das Ganze eigentlich im Jahre 1933 mit dem Zusammenschluss der Nihon Sangyo Co. und der Tobata Imono Co. zu Jidosha-Seido Ltd. unter der Führung des Managers Yoshisuke Aikawa. Doch 1 später bleibt nur noch die Nihon Sangyo Co. als alleiniger Besitzer übrig und benennt sich in Nissan Motor Co. Ltd um, die die Produktion und den Vertrieb von Datsun Automobile organisiert. 1935 rollen die ersten PKWs, LKWs und Busse für den Massenmarkt vom Band.

Bis ins Jahr 1941 produziert Nissan jährlich 20.000 Automobile, muss aber wie so viele Unternehmen ihre Produktion zu Beginn des 2. Weltkriegs einstellen oder auf Militärfahrzeuge umstellen. Aus diesen unruhigen Zeiten nimmt Nissan die Erfahrung im Bau von Militärjeeps mit und kreiert 1951 den legendären 4×4 Off-Roader Patrol, der auch heute noch nebst dem X-Trail, Navara, Pathfinder und Murano zum Portfolio des Unternehmens gehört. 1953 muss Nissan einen langen 100-Tage-Streik der Arbeitnehmer überstehen, gewinnt 1958 durch den Sieg der Mobilgas Round Australia Trial mit einem Datsun 210 an größerer weltlicher Aufmerksamkeit und Popularität. Nur 1 Jahr später wird in Japan der Datsun Bluebird vorgestellt, der nebst dem Patrol zum Aushängeschild des Unternehmens wird.
1960 gründet Nissan ihre erste Niederlassung im Ausland und zwar in Kalifornien durch die Vertretung Nissan Motor Corporation USA (NMC). Man etabliert sich langsam auf dem amerikanischen Markt und beginnt 2 Jahre später mit dem Fahrzeugexport nach Europa. 1966 fusioniert Nissan mit der Prince Motor Company und bekommt dadurch noch mehr ingenieurs-technisches Know-how und die Modelle Skyline und Gloria. 3 Jahre später baut man den legendären 150 PS starken Porsche-adäquaten Sportwagen 240Z und bietet ihn zum halben Preis an.
Nach Überstehung der Weltölkrise 1973 und der Auszeichnung des Modells Sunny für den verbrauchsärmsten Wagen auf dem amerikanischen Markt, beteiligt sich Nissan 1980 an der spanischen Motor Iberica S.A. und eröffnet im selben Jahr ein eigenes Produktionswerk in Smyrna, Tennesse - die Nissan Motor Manufacturing Corporation USA (NMMC). 1983 wird der Name Datsun völlig in Nissan umgewandelt, 1 Jahr später eröffnet man in Großbritannien das dritte Werk, die Nissan Motor Manufacturing (UK) Ltd. und produziert hier den Bluebird für die westlichen Märkte. 5 Jahre später folgt der Motorproduktion die Gründung der Nissan European Technical Centre Ltd. ebenfalls in Großbritannien.
Die globale Ausweitung und Restrukurierung des Unternehmens und der Marke Nissan gehen weiter. 1989 wird in Amsterdam der europäische Hauptsitz, die Nissan Europe NV (NENV) gegründet. In Großbritannien entsteht eine neue Vertriebsorganisation - die Nissan Motor (GB) Ltd. In derselben Zeit fängt der Export des 5-türigen Primera von Großbritannien nach Japan. 1992 wird in Geretsried bei München die Nissan Design Europe GmbH gegründet. In Sunderland wird der Micra gebaut und 1993 wird dieser Kleinwagen zum Europäischen Automobil des Jahres gewählt. Im gleichen Jahr wird im spanischen Werk der Terrano II für den europäischen Markt hergestellt. Auch in Spanien gründet man 1997 ein technisches Werk - die Nissan European Technical Centre (Espana) S.A.

Leider gerät der gesamte aufgeblähte Konzern zu Beginn des 21. Jahrhunderts in eine schwere finanzielle Schieflage und kann seine Insolvenz gerade noch rechtzeitig durch die Allianz mit Renault abwenden. Durch diese globale Fusion entsteht zwischen Renault und Nissan der viertgrößte Automobilhersteller der Welt mit fast 5 Mio. produzierten Fahrzeugen und 265.000 Mitarbeitern. Carlos Ghosn, der CEO der Nissan Motor Co. Ltd. kündigt zur Sanierung des Unternehmens den Revival Plan an. 2001 erreicht man wieder die schwarze Zone und schreibt mit 8 % die höchste Umsatzrendite in der Geschichte des Unternehmens. 2002 legt Carlos Ghosn den nächsten 3-Jahres-Plan, Nissan 180, vor und verlegt den europäischen Hauptsitz nach Paris und gründet dort die Nissan Europe SAS. In London entsteht 2003 das neue Design-Center. Für das Geschäftsjahr 2003 verzeichnet man einen Rekord-Betriebsgewinn von 6,29 Milliarden Euro und übertrifft die Rekord-Umsatzrendite 2001 von 8 % um ganze 3,1 %.

Mit kindlichem Spaß und Spiel zum City-Ei
Pivo2 [2008|Citycar]
H4/S4150/D100308/T16:16MEZ
Doch was sind schon Zahlen und wirtschaftliche Erfolge der Vergangenheit, wenn man nicht mit neuem Autodesign und Innovationen für die Zukunft begeistern kann. Auch Nissan betätigt sich sehr intensiv bei der Entwicklung von Concept Cars und so konnten wir bis dato auf den europäischen Messen folgende Studien in Augenschein nehmen:

Neben dem Honda-Stand auf dem Genfer Auto-Salon 2008 hatte sich Nissan (Stand 4150) aufgebaut und brachte uns aus dem fernen Osten ebenfalls eine Studie mit, die eben so nur von Japanern stammen kann. Es handelt sich um das verspielte kinderei-förmige und rundum verglaste Konzept Pivo2 (sprich Pivo hoch 2 und Flickr it!), das eine neue Ära in der individuellen Mobilität der menschlichen Spezies einleiten soll.

Nissan Pivo2 2008

Was auf den ersten Blick nach Kinderspielzeug aussieht, beherbergt neueste fortschrittliche Technologie vom Feinsten. Kurz gesagt: Die runde frei drehbare Insassenkanzel steckt auf einem variabel geometrischen Räderchassis im Metamo System, dass ein paarweises Ansprechen der Räder ermöglicht. Das sorgt für Kurvenstabilität und leichteres Einparken. Unter der Kanzel wird denn auch der Lithium-Ionen-Antrieb untergebracht, welcher seine Antriebskraft an 4 kleine Radnabenmotoren überträgt und so für Vortrieb sorgt.

Als Fahrer-Assistenzsystem fungiert ein Robotic Interface das von Nissan als Intelligent Lifeform Design betitelt wird. Es handelt sich eigentlich um einen frei schwenkbaren Eierkopf in Star Wars R2D2-Manier, welcher im innerstädtischen Verkehr freie Parklücken erkennen soll und den Fahrer mit seiner piepsigen robotischen Kinderstimme darüber informiert. Außerdem erkennt er durch aktives Gesichtsscanning das Wohlbefinden des Fahrers und interagiert verbale Kommentare diesbezüglich. Ein technisches Wunderwerk ist diese gesamte Studie auf alle Fälle, wird aber höchstwahrscheinlich so nie die Serie erreichen. Teile des Konzeptes werden aber bestimmt in mittel-und langfristiger Zukunft in den kommen Nissan-Modellen integriert. Darüber kann man sich sicher sein. Welche das aber sein werden steht noch in den Sternen.

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Stealth-Car aus Fernost
Mixim [2007|Kleinwagen]
In völligen Gegensatz zum stromlinienförmigen aerodynamischen Kizashi Concept von Suzuki, wo jede Ecke und Rundung mit höchster Perfektion behandelt wurden, steht ein anderer Asiate. Die Rede ist von Mixim (Flickr it!).

Nissan Mixim

Diese Kleinwagenstudie mit seinen 2 Flügeltüren und dem völlig unübersichtlichen Design, den vielen Ecken und Dreiecken, die sich in der Karosserie von vorne über die 8 Seitenlinien hin zum Heck ineinanderverkeilen erinnert sehr an einen Ministealth. Obwohl ich immer für neues offen bin und deshalb auch diesem Hobby der Messefotografie mit Herzensblut nachgehe, immer wieder auf der Suche und der Jagd nach dem perfekten Concept Car bin, halte ich diese Studie dann doch für zu abgehoben.

Dennoch bietet Nissan mit diesem Fahrzeug einen Ausblick auf eine mögliche längerfristig gesehene Zukunftsentwicklung des Automobils. Man hat sich die video-spielenden Cyber-Kids der heutigen Zeit als Zielgruppe erdacht und für diese Zielgruppe ein Fahrzeug kreiert, die der Wahrnehmung dieser potentiellen Autofahrer ab 2015 entspricht. Somit setzt man im Innenraum auf 2 LCD-Bildschirme, die sämtliche Informationen im Game-Look präsentieren. Man verzichtet vollends auf Rückspiegel und setzt auf Kameras, die nach hinten “gucken”, sogar für eine Aussensicht auf Radhöhe hat man Kameras angebracht.

Natürlich wird in naher Zukunft nicht mehr mit fossilen Brennstoffen angetrieben, deshalb handelt es sich bei diesem Future-Vehikel um ein reines Elektroauto. Lithium-Ionen-Akkus und elektrischer Allradantrieb sind die Zukunft, sagen sich die Nissan-Ingenieure, deshalb soll man mit diesem Antrieb im Augenblick bis zu 250 km weit kommen und eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h erreichen können. Sorry, aber da sind andere Hersteller schon weiter.

Man(n) mag zwar über Sinn und Unsinn solcher Studien geteilter Meinung sein und sie als überflüssige Mittelverschwendung ansehen. Wir denken aber, dass solche Studien auf alle Fälle nötig sind und hoffen in Zukunft von Nissan weiterhin “verrücktes” Design zu erleben, selbst mit der Gefahr, dass es nicht gefällt!

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Kommentare

One Kommentar zu “Nissan [NIS] (2)”

  1. Peter am Mai 15th, 2009 19:03

    Super Post, macht immer Spass hier mitzulesen :)

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